MUNDSTUHL

MUNDSTUHL

Seid doch mal Mädchen ...... und vergießt all die Tränen der Entrüstung, mit denen eure schwammweichen Gemüter vollgesogen sind. Jetzt ist Schluss mit „Nur vom Allerfeinsten” und „Deluxe” und dem gan zen edelmütigen Getue. Jetzt geben Mundstuhl rischdisch Gass, jetzt gibt’s nur noch vom Allergemeinsten. Und jedem, der da den Schwanz einzieht, rufen Lars und Ande zu: „Heul doch!” Es bleibt keine Wahl. Flenn rum oder lach dich nass. Rücksichtslos waren Mundstuhl ja schon immer, aber jetzt schließen sie sogar beim Blick nach vorne beide Augen zu und rempeln panzerfaustartig ins Reich der political korreggdness. Wem das stinkt – wie gehabt: Heul doch! Lamentieren zwecklos. Mundstuhl 2001 nehmen den Mund voller als je zuvor, und wer zuhört, darf ganz schön die Nase rümpfen. „Heul doch!“ ist mehr als Tränensack-Workout. Das ist purer Drill.

Und jetzt alle in einer Reihe aufstellen – wir marschieren durch die bisherige Geschichte! Lars Niedereichholz (kunstblond) und Ande Werner (fleischblond) schlüpften irgendwo zwischen Offenbach und Oberursel – mitten in den kalten APO-Winter 68/69; die Eltern emigrierten später in die schwül-heißen Schneegebiete Kolumbiens (tiefer wollen wir unsere Nase nicht in Mundstuhls Familienangelegenheiten stecken). Beide suchten Wärme in Rock-Bands, Lars zuletzt bei The Automanic (ausgezeichnet mit dem Deutschen Rockpreis), Ande bei The Exotic Blowjob. Den Ernst des Lebens erlebte Lars als BWL-Student, Öko-Bankier und Musik-Promoter, Ande als Germanist, Skandinavist und Philosoph i. a. A. (in abgebrochener Ausbildung). Der Spaß begann 1995, als sich die Bands der beiden auf einer Deutschland-Tour finanziell ruinierten und nur noch ihre Aftershow-Partys Unterhaltung boten. Im Geiste des dort herrschenden Humors rauften sich Lars und Ande zusammen, gründeten Mundstuhl, starteten eine rotzfreche Radioshow und traten Silvester 1996 erstmals vor Publikum auf. Das tobte. Mundstuhls derber Ton, die Trash-Themen und ihre beißende Realsatire trafen den Nerv all derer, denen „guter Geschmack“ längst wie moralinsauer vergorene Anstandslimonade schmeckte. An die Stelle des Korrekten trat das Ultrakorreggde der Kanak-Sprak – ein Stück deutscher Wirklichkeit und alles andere als Minderheiten verachtend. Die, die so reden, sind längst zu Mundstuhl-Helfern geworden und geben Lars und Ande Tipps, wie sich ihre „Dragan und Alder”-Sketche noch krasser anhören.

Im Juni 1998 brachten die zwei ihr erstes Album „Nur vom Allerfeinsten” heraus und verkauften es bis heute 200.000-mal, das ist mehr als jedes andere Comedy-Debüt-Album zuvor erreichte. Sie etablierten damit nicht nur die geradebrechten Dragan-und-Alder-Dialoge als neuen Stil (inzwischen von Kampen bis Kempten allseits gern nachgeäfft), sondern glänzten auch als hessische Weltverschwörungstheoretiker und erforschten mit „C- und F-Hörnchen” das reudige Leben der Bruderrasse zu Walt Disney’s A- und B-Hörnchen. Als ehemalige Rockmusiker sangen sie zwischendurch lässige, läuternde Lieder, und so besetzten Mundstuhl jeden Platz, auf dem schon lange keine klaren Worte mehr gesprochen wurden. „Nur vom Allerfeinsten” kreuzte 39 Wochen durch die deutschen Album-Charts, und Mundstuhl zogen durch jeden Konzertsaal zwischen Flensburg und Luzern, der einige hundert Liebhaber gesammelter Bosheiten zu versammeln versprach. Sie kamen dann zu Tausenden ...

MUNDSTUHL

Die Fan-Gemeinde wuchs, aber weil das Böse, Schlechte und Dumme in der Welt trotz Mundstuhls deutlicher Worte nicht weniger wurde, hatte sich die Welt am 7. Februar 2000 ein zweites Mundstuhl-Album verdient. Diesmal ging es Auge um Auge, Bart um Bart, die Menschen standen beim Blick auf das „deluxe”-Cover Lars und Ande von Angesicht zu Ungesicht gegenüber. In 61 Minuten, 52 Szenen und einer unermesslich tief verlinkten Website erweiterten die zwei unerschrockenen Hessen ihren Opferkreis. Bill Gates, Frauenärzte, die Trucker-Szene und die Modern-Fisting-Bewegung rückten ins Licht der Wahrheit, und in der feisten Formation Wurstwasser rammten Lars und Ande einen Stein des Anstoßes ins Rollen. Das Album stieg denn auch prompt auf Platz fünf der deutschen Charts ein. Im März gab’s dann den deutschen Schallplattenpreis Echo für die erfolgreichste Comedy-Produktion, und im April rückten Mundstuhl der Welt auch live wieder auf den Pelz, veranstalteten bis Jahresende um die 90 Shows, darunter auch in Österreich und auf Rock am Ring / Rock im Park (vor 240.000 Augen).

Anfang 2001 war Schluss mit lustig. Mundstuhl suchten das Weite auf einer Insel, die Platz für ihr vereinnahmendes Wesen bot. Da sich auf diesem Planeten keine fand, die für beide groß genug gewesen wäre, zog es Ande nach Neuseeland und Lars nach Australien. Ein Vierteljahr später hatten sie Frieden gefunden in der Welt, die sie umgab, und sie kehrten zurück an die Comedy-Front. Auf dem alten Kontinent war alles noch schlechter geworden – ein günstiger Nährboden für Mundstuhls drittes Werk. Es heißt „Heul doch!“, denn wer zu weich ist für Mundstuhls sauber recherchiertes Unsittenbild, wird viele Taschentücher brauchen. (Was aber alles nur schlimmer macht, denn die Folgen maßlosen Papierkonsums sind ja bekannt: Regenwald schwindet, Pole schmelzen, Holländer ertrinken ...) Und während schwuchtelige Pseudo-Comedy-Päpste im Fernsehen Spaßkultur auf Volkmusikniveau präsentieren, machen Mundstuhl schlicht und einfach Rock’n’Roll. Lars und Ande bestatten bundesdeutsche Werte und schicken als Beerdigungsunternehmer Tote nach Afrika. Dragan & Alder leben fortan mit Nasenscheidewänden aus Platin, geraten mit dem Kriegswaffenkontrollgesetz in Konflikt und eröffnen einen Dokumentenfälschungsdiscount. Und C- und F-Hörnchen sind nach ihrer Orgie in der Asservatenkammer des Zolls tatsächlich wieder aus ihrem Drogenrausch erwacht und machen nun in Selbsterzeuger. Auch Kinderbetreuung spielt wieder eine Rolle, aber erwarten Sie keine Ideen aus dem pädagogischen Kanon von Montessori, Löwenzahn und Kinder-Country.

Dann ist da noch Musik. Melodie, so weit das Ohr reicht! Mit dem Beat-Club-tauglichen „Ich hab meine Tage“ emanzipieren sich Mundstuhl von blutigem Splatter-Sound und brechen ein weibliches Ausrede-Monopol. „Weiße Tauben (aus Athen)“ fliegen so unschuldig rein daher, dass sie nicht einmal mit Sinn befleckt sind. Ganz im Dienste körperlicher Unversehrtheit erklingt der Ein-Saiter „Ich bin kitzlich“, und Dragan & Alder erweisen Markus, seit 20 Jahren Freund aller Tankstellenpächter, ihre Reverenz mit „Ich geb Gas, ich will Spaß“: Kos’ Schipiridd auch 3 Mark 10? Scheißendreck – de wird schon gehn!

Offz. Homepage:   www.mundstuhl.de  

 

MUNDSTUHL - KÖNIGE DER NACHT ALBUM: KÖNIGE DER NACHT

VÖ: 10.02.03

COLUMBIA / SONY

Mundstuhl - 30er ohne Gummi / Dragan & Alder: Reh [Windows Media Audio]

 

CD-Vorstellung

 

 

Die MUNDSTUHL SINGLE - ADLER AUF DER BRUST ist ein Geschenk an den Fußball-Bundesliga-Zweitligisten und Aufstiegs-Aspiranten Eintracht Frankfurt. Das Stück ist eine Neubearbeitung der erstmals zur EM`96 erschienenen Fußballhymne "Three Lions (Football`s Coming Home)".

MUNDSTUHL - Adler auf der Brust SINGLE: ADLER AUF DER BRUST

VÖ: 3.03.03

COLUMBIA / SONY

Mundstuhl - Adler auf der Brust  [Windows Media Audio]

 

CD-Vorstellung

 

Frankfurt kommt nach Haus‘/ Adler auf der Brust
(Text von Mundstuhl = Ande Werner und Lars Niedereichholz)

Ihr kommt nach Haus, Ihr kommt nach Haus,

nach Hause, Frankfurt kommt nach Haus

Ihr kommt nach Haus, Ihr kommt nach Haus,

nach Hause, Eintracht kommt nach Haus

Es ist soweit bald ist´s geschafft Mit Kampfgeist und mit Kraft

Jetzt geht’s los (Fanchor: „Jetzt geht’s lohos!“)

Ganz nach vorn

So wie `80 im Uefa-Pokal

Habt gesiegt mit Moral

Wieder raus aus dem Tal

In den Fußballhimmel   Den Adler auf der Brust Nie mehr zweite Liga

Wir haben‘s doch gewußt Und hier sind wir wieder

So viele Witze sind gemacht Wir wurden ausgelacht

Doch wir stehn

Wie ein Mann

So wie 59 kann’s wieder sein

Denn ihr seid nicht allein

Unsre Helden vom Main

Denn wir tragen unsern

Adler auf der Brust Nie mehr zweite Liga

Wir haben‘s doch gewußt Und hier sind wir wieder

Die Zeiten waren schwer, doch wir sind wieder wer 

 

 

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