STEFAN GWILDIS

STEFAN GWILDIS

Photo © Petra Preuss

Ratpack, das war eine glorreiche US-Entertainer-Clique um Frank Sinatra, Dean Martin, einige andere Freunde und, als einzigen Schwarzen, Sammy Davis jr. 

Wenn Stefan Gwildis so eine Gang um sich scharen könnte, dann wäre er der einzige Weiße unter Soulgrößen wie Bill Withers, Marvin Gaye, Billy Paul. Aber Stefan Gwildis wurde erst 1958 geboren, und zwar nicht in Los Angeles, Detroit oder New York, sondern in Hamburg-Barmbek. Er hat diese Giganten nie persönlich getroffen, aber er hat ihre Musik eingeatmet, ihren Lebensläufen nachgespürt. Er versucht, ihre Gedanken zu verstehen, beschäftigt sich ernsthaft mit dem politischen, kulturellen und soziologischen Hintergrund. Er fühlt sich als ein Brother in Soul, über all die Meilen, die Jahre und andere Unterschiede hinweg. 

Auch wenn Stefan Gwildis vielseitig genug ist, Jazz, Chanson, und furztrockene Comedy-Songs zu schreiben und zu singen - am liebsten interpretiert er die klassischen Soul-Titel aus dieser Zeit. Er hat eben diese einzigartige Stimme, die es erst erlaubt, sich den Vorbildern zu nähern, ohne sie zu kopieren, ihre Song-Juwelen sogar mit deutschen Texten zu versehen. Sie ist kraftvoll und strahlend, männlich und erotisch – und dann wieder zart und voller Seelentiefgang. Eine lebensgegerbte Stimme - sie kann röhren und flüstern, sie flirtet und lacht und sie versteht, wovon sie singt. Und das ganz ohne Playback und doppelten Boden.

STEFAN GWILDIS

Photo by Holger Roschlaub

Auch die Person passt so gut, so authentisch zu diesen Songs – ein Mannsbild wie lange nicht mehr. Ein bisschen verknautscht, aber hellwach, blitzende braune Augen, breites, sonnenwarmes Lachen. Er ist sexy - ob im Smoking für die Bühne aufgebrizzelt, was eine neue Erfahrung für ihn ist (die sich sehr gut anfühlt), oder im Holzfällerhemd mit Pudelmütze. Zu allen denkbaren Outfits trägt er seit Jahren immer die selben derben Arbeits-, Wohn- und Sicherheitsschuhe und das bleibt auch so. Das ist gut für die Erdung. Stefan Gwildis ist ein Mann zum anlehnen, ein Freund zum anpacken und wenn er den George Clooney-Blick draufhat, auch zum dahinschmelzen. Ehrliche Haut, der man alles glauben kann. Gar kein dunkler Fleck in dieser Beschreibung? Doch – Gwildis ist notorisch unpünktlich. Aber nicht mal dann kann man ihm wirklich böse sein und seitdem auch er endlich den Komfort eines Mobiltelefons erkannt hat, ruft er wenigstens an. 

Wieso lernen wir diesen Prachtkerl denn erst jetzt kennen? Wo war er denn die ganze Zeit? Eigentlich ist er immer schon da gewesen. Zumindest die Nordlichter mit Schwerpunkt St. Pauli wissen das, denn wo Gwildis mitmacht, ist der Laden voll: 

Musicals mit Comedy-Einschlag wie „Wuttke II“ und „Vanessa V“, mit der Gruppe „Aprillfrisch“, „Mägädäm“ und „Schwarz“, die kultigen „Strombolis“, das abenteuerliche Rhythm&Crash-Musikspektakel „Auto Auto!“, zwei CDs in Eigenregie, -Finanzierung und Rucksack-Eigenvertrieb waren die wichtigsten Stationen für den vielseitigen Künstler Stefan Gwildis. 

„Neues Spiel“ ist jetzt nicht nur einfach die dritte CD. „Neues Spiel“ ist ein neuer Start unter neuen Vorzeichen. Es ist die erste CD aus der Zusammenarbeit mit Heinz Canibol und Roman Rybnikar, Ex-EMI-Plattenbosse. Bei ihrem Label „105 music“ sind sie nur noch ihrem Geschmack verantwortlich. „Neues Spiel“ ist der Versuch, neue Dimensionen und Spielregeln zu finden. Und „Neues Spiel“ ist die Umsetzung einer Idee, die großen Soul-Klassiker in deutscher Sprache zu singen: das geht richtig gut - und das geht richtig los.

 

Offz. Homepage:  www.stefangwildis.de 

 

STEFAN GWILDIS - NEUES SPIEL ALBUM: NEUES SPIEL

VÖ: 30.06.03

105 MUSIC

 

CD-Vorstellung  (In alle Songs reinhören.)

 

 

STEFAN GWILDIS - NUR WEGEN DIR ALBUM: NUR WEGEN DIR

VÖ: 7.02.05

105 MUSIC

 

CD-Vorstellung

 

 

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