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In
Schweden waren eben die ersten Schneeflocken des Jahres gefallen,
als Sophie Zelmani letzte Hand an ihr neues Album
„Love Affair“ anlegte. Es ist eine Sammlung von Liedern, die
gekonnt Intensität und Stille verbinden; ein Album, das erstrahlt
wie die rötlich-gelblich schimmernden Herbsttage Skandinaviens,
wenn die erste dünne Schneeschicht den warmen Farben des Herbstes
ein reines, weißes Glitzern verleiht. Mehr
als acht Jahre sind vergangen, seit Sophie Zelmani ihr gleichnamiges Debütalbum veröffentlichte. Mitte
der Neunziger war ihre Musik wie ein frischer Frühlingshauch, ihr
Sound ursprünglich und ihre Songs ungewöhnlich direkte, ehrliche
und sanfte Sommer-Balladen. Nach drei weiteren, von Kritikern über
alle Maße gelobten Alben, ist Sophie
Zelmani jetzt zurück mit ihrer zauberhaften Stimme und der
Gabe, viel mit wenigen Worten auszudrücken. Wie
der Titel sagt, ist „Love
Affair” ein Album über Menschen und deren Beziehungen. Die
Songs lassen Intimität aufkommen und fordern gleichsam
Aufmerksamkeit und Nähe. Bei Titeln wie „Hard
To Know“ und „Grand
as Loving“ wird Sophies
Stimme zum leisen Wispern. „Love
Affair” ist ein zurückhaltendes Album, für dessen Ästhetik und Klang
ein Stück wie „Fade“
symptomatisch ist. Die Musik auf „Love
Affair“ ist pur und außergewöhnlich intensiv.
„Love
Affair” ist eine Liebesgeschichte in den gedämpften Farben der Abenddämmerung.
Die wunderschönen Cover-Aufnahmen hat Anton Corbijn fotografiert,
der schon Bands wie U2, Metallica, Travis und Depeche Mode zu
einer unverwechselbaren Ästhetik verhalf. Er war es auch, der die
Fotos für Sophies zweites Album „Precious Burden“ aufgenommen hatte. „Beide Male musste ich darauf
bestehen, dass wir die Aufnahmen machen,” erinnert sich Corbijn.
„Sophie lässt sich
nicht gerne fotografieren. Nicht weil sie arrogant ist, sondern
weil sie sehr uneitel ist und rein. Aber wenn man diese Distanz überwunden
hat, erwartet einen als Fotograf eine unglaubliche Wärme und Schönheit.
Ich denke, das trifft auch für ihre Musik zu.“
Anton
Corbijn hat nur eine reduzierte Ausrüstung in das kleine, verträumte
Dorf mitgebracht, in dem Sophie
Zelmani lebt: Kein künstliches Licht, auf professionelles
Styling wurde verzichtet. Was blieb, war die Schönheit der
Landschaft, die tiefstehende schwedische Herbstsonne, die weiten
Felder und die Erscheinung der Sophie Zelmani. Es war hier, in dem kleinen Dorf inmitten von üppigen
Feldern, wo Sophie Zelmani den größten Teil der Lieder für „Love
Affair” schrieb. Sie betont aber, dass die wichtigste
Inspiration für die Songs von den Menschen kam, die sie traf und
nicht von den Orten, an denen sie sich aufhielt. „Maja’s
Song“ ist so ein Beispiel.
„I’m
not here to make myself heard”, singt Sophie Zelmani. Eine Zeile, die paradox klingen mag, aber viel über
„Love Affair” aussagt: Es ist ein Album, das Leerstellen erlaubt. Dreizehn Songs
auf dem schmalen Grat zwischen Harmonie und Stille.
Discographie
(Alben):
„Sophie Zelmani“ (1995) „Precious
Burden“ (1998)
„Time To Kill“ (1999)
„Sing And Dance“ (2002)
„Love Affair“ (2004)
Offz. Homepage: SOPHIE
ZELMANI
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