Spezializtz

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“Huuh, kann man mit den Beats von vor drei Jahren gar nicht mehr vergleichen.” - Im deutsch-afro-amerikanischen Hauptquartier der SPEZIALIZTZ ist man massiv auf Täsch. Die stylistischen Wortjongleure und Freestyle-Shocker Dean Dawson und Harris haben verstärkte Präsenz angesagt und H-Town Berlin klappt die Baustellen hoch. Denn das Duo ist gerüstet mit dem fettesten Material, das die deutsche HipHop-Szene derzeit zu bieten hat. Da reichen drei Meter Fahrspur nicht aus. Von langer Hand geplant
ist das neue Album “Die Rückkehr
- G.B.Z.-oholika II” jetzt auf Stapellauf und die Afrokalyptiker
sind sich bewußt: “Um uns jetzt noch zu stoppen, dafür ist es leider
viel zu spät.” Die zündschnurartigen Styles sind gelegt, die Canabis-Tüten
zum Glühen gebracht und die Beats bomben den Weg frei zum Halleschen Tor. Schon vor Wochen kündigte
sich das “Chaos” als Crossover-Verstärkung der Rap-Rocker Such A
Surge zusammen mit Ferris MC “auf jedem Programm” an. Wohlgemerkt das
“kreative Chaos”, welches die gerade mal 22 Jahre alten afro-tragenden
Rap-Spezialeinheiten beherrschen wie kein Dritter, mit Ausnahme Ferris,
eventuell. “Wir haben eine größere Lebenserfahrung als manch 35jähriger,”
erläutert Dean den Grund für ihre überragenden Skillz. Freaky “Kaffa
en masse” sind wieder unter uns, die Kunde vom wachsenden
G.B.Z.-Imperium zu verbreiten. G.B.Z., das heißt:
“Gras, Beck’s und Zärtlichkeit - die drei Grundsäulen unseres
Lebens. Nicht jeder raucht Gras - aber viele tun’s! Nicht jeder trinkt
Beck’s - aber viele tun’s! Und die, die’s trotzdem nicht tun, die
stehen auf jeden Fall auf Zärtlichkeit. Irgendwas paßt in dieser
Hinsicht garantiert!” Ein Mythos vom Schlage Sex, Drugs & Rock’n’
Roll; das “Märchen vom G.B.Z.-oholika, weil es einfach ‘ne Story ist,
die manche für unwahr halten, aber von uns gelebt wird.” Diese Lebenseinstellung
beschreiben sie in facettenreichen, provokativen wie direkten Lyrics und
projizieren so einen individuellen Film auf unser inneres Auge. Je
anschaulicher um so mehr führt solches jedoch zu Kontroversen. “Viele
Leute mißverstehen das. Vor allem was Gras betrifft. Manche konsumieren
extrem viel, ohne zu wissen, was gut für sie ist, bis zu welchem Limit
sie gehen können.” Das ‘98 Debüt “G.B.Z.-oholika” zog in dieser
Hinsicht Kreise und wurde in vielen Schulen als Paradebeispiel für
Verantwortungslosigkeit angeprangert. Mit der ersten Single-Auskoplung “T.W.I.N.L.K.”
(Tut was ihr nicht lassen könnt) reagieren die SPEZIALIZTZ darauf und betonen: “Der Song ist auch als Warnung
gemeint. Es ist ja nicht so, daß wir Leute süchtig machen!” Beats und
Rhymes selbstverständlich ausgenommen. “Wir wollen doch nur ein
bißchen Party machen,” lautet dementsprechend die adäquate Losung.
Aber das nicht ohne die angesagtesten Vinyl-Akrobaten, Sound-Magier und
rap-technischen Konkurrenzunternehmen des Landes in die Sache zu
verwickeln. Kein Geringerer als DJ Thomilla produzierte den G.B.Z.-Burner
“T.W.I.N.L.K.” und nötigt per monstermäßigem Funk jeden nicht
gerade Barfüssigen, die Schnürbänder doppelt zu binden und Klettverschlüsse
mit Gaffa-Tape zu sichern. Verantwortlich zeichnet sich der aktuelle Herr
und Meister über die Welt der Kick-Ass-Beats ebenfalls für den
chillig-relaxten Groove der “H-Town Nigrous”. “Typen wie wir,
SPEZIALIZTZ” skandieren zu seinem tiefschwarzen Soulgemisch in
“Wer kommt aus” - na woher schon - “Täsch. Denn so muß es sein!” Und weil es nie genug
Afro-Style-Wahnsinn geben kann und drei Lockenköpfe den Untergang des
Abendlandes nicht trefflicher und symbolträchtiger ins Bewußtsein
stumpfer Faker verankern könnten, pilgerten die spezialen Seelenbrüdern
für die “Afrokalypse III” nach Benztown Stuttgart. Alle für einen,
einer für alle fand man sich erneut mit Kolchose-Shooting-Star Afrob
zusammen, um die flink geschärften Zungen zu kreuzen und Ex-Massive Töne
Scratcher Wasi und Chef-Producer Tommy Wittinger (Freundeskreis, Massive Töne...)
lieferten dafür den maßgeschneiderten Flow. Bestes Reim-Inferno mit
“Locken und Charme”. Schon mal im Innern der
Kolchose stemmten die Beiden noch ein paar Reime auf
chinesisch-minimalistische Kopfnicker-Beats der Fanta 4-Experten Andy Y
und Ralf Goldkind. Voll auf Täsch dabei, “Dr.” Ernie, gesamplet aus
der “Arztserie” Sesamstrasse mit “komm mach den Mund auf und mach
mal ‘Ahhhhhhh’”. (Sieben H, wie’s sich gehört!) Diagnose: Ab der
Mandel tun sich gewaltige Abgründe auf. Also griff man als Antidote zu
finsteren Soundkaskaden bei “Wollt ihr”. “Ewig den Stock im Arsch
haben” ist ja auch etwas unbequem, von finster kaum zu sprechen. Doch
wer aus Täsch kommt in “Premium-Qualität” und echter SPEZIALIZTZ
-Ausbildung, der fühlt sich von Reimen wie: “...der Himmel färbt sich
rot, weil der Krieg zwischen Engel und Teufeln tobt” schlicht
gelangweilt wie “in der Missionarsstellung”. Als weiteren Joker
zauberten die Blunt-Profis Thomas Schmidt aus dem Ärmel, der schon bei
den “G.B.Z.-oholika” maßgeblich den Sound geprägt und bestimmt hatte
und inzwischen als DJ Tomekks linke Hand am Top Ten-Knockout
“1,2,3...Rhymes Galore” zu Ruhm und Ehre gelangte. Ebenso die
Verbindung zur berühmt-berüchtigten Bremer Freakhöhle, sprich: Studio
von Ex-F.A.B.ler und Busenfreund Immo hat man nicht abreißen lassen.
“Gluck, gluck, noch ‘n Schluck vom kühlen Naß” und dann geht
“die Brut der Styles” auf “funky Überbeats” und Bläser im Stil
der 60s enorm zur Sache. Das verschlägt den Atem, holt den Tiger aus dem
Tank “Und was?”. “Natürlich, daß / wir rocken fulltime hardcore.” Zwischen Bremen, Benztown,
Berlin setzten sich die blunt-gestärkten Reim-Piranhas aber nicht zur
Ruhe. Bezog man die suchtfördernden Ingredenzien des Debüts noch aus dem
“magischen Dreieck”, so mutierte das Fundament entgegen aller
Wahrscheinlichkeit mit neugewonnener 3P-Connection zum hochexplosiven
B-Town-Quader inklusive Bankfurt am Main. Angesichts solch ungewöhnlicher
Liaison darf man auf das “Killercombo”-Kommando gespannt sein, zu dem
sich Moses Pelham rekrutieren ließ. Doch gehen die SPEZIALIZTZ
jetzt nicht auf Kommerz-Tour. Immerhin “weiß Moses, was uns ankotzt und
wenn es ihm wichtig ist, macht er was dagegen. Entscheidend ist, daß die
Leute sie selbst sind.” Und das bedeutet aus der Sicht spezialer
Rap-Skillz: “Wir nehmen unsere Arbeit sehr ernst und haben keinen Bock
auf irgendwelchen Bullshit, nur um Kohle zu machen!” Und nur, um es klar
zu stellen: “HipHop ist unser Leben - und natürlich G.B.Z.. Das leben
wir aus.” Zu beobachten war dies in
den letzten zwei Jahren bei mehr als 100 Live-Shows. U.a. als Support der
Fantastischen Vier, der Bloodhound Gang und zuletzt im Kreise der Gruppen
Arsensists, Crazy Town und Dog Eat Dog bewiesen sie party-rockendes
Stehvermögen. “Wir haben einfach unser Ding auf der Bühne gemacht und
den Leuten gegeben, was sie im Moment haben wollten,” erläutern die
HipHop-Addicts ihre Mission durch die deutschen Konzertsäle. Da kochte
die Stimmung, die Crowd hob ab und “nach jeder Show ist die Bude erstmal
am Schwitzen.” SPEZIALIZTZ
sind Kult! Und Kult verstummt nicht
am Ende der CD-Laserabtastung oder mit dem Trocknen stinkender
XXL-T-Shirts. Parallel zur “Rückkehr” der lebenden G.B.Z.oholika
verewigte der gnadenlose Painter Dieter Beck (“Mud Brains”) Dean und
Harris als gänzlich unberechenbare Comic-Freaks, die mit unschuldiger
Miene ihre Journey gegen Nazi-Faker bis zur G.B.Z.-Revolution antreten.
First they took Berlin, Bremen, Benztown und machen nun Station im
bundesrepublikanischen Bankenviertel. Single: "Tut was Ihr nicht lassen könnt" VÖ: 02.05.00
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CD-Release
Party am 20.05.01 von BERLIN
MACHT SCHULE
/ Folge 2 war |
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/ Backstage7
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