DURAN DURAN

DURAN DURAN

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25 Jahre nach der Gründung von Duran Duran sind nun die fünf Mitglieder Simon Le Bon, Nick Rhodes, John Taylor, Andy Taylor und Roger Taylor wieder gemeinsam zurück - nachdem sie lange Zeit getrennt voneinander anderen Projekten nachgingen. Mit derselben unbestreitbaren musikalischen Chemie und ihrem ganz eigenen Stil - zwei Komponenten, mit denen sie unentwegt an der Spitze standen - hat sich die Band wiedervereint, um ein neues Album aufzunehmen, das schon jetzt als eines ihrer besten gehandelt wird. Mit bezaubernd ansteckenden Songs, exzellenter Instrumentierung, spannenden Arrangements und rauen sowie kantigen Vocals ist das neue Material unverkennbar „classic Duran Duran for the new millennium“.

Bis dato haben Duran Duran über siebzig Millionen Platten verkauft und hatten eine solche außergewöhnliche Karriere, die sie zu einer der erfolgreichsten Gruppen der vergangenen Jahrzehnte machte. Sie brachten Popmusik, Kunst und Mode auf einen beispiellosen gemeinsamen Nenner und führten auch die Kunst der Musikvideos auf einen ganz neuen Level. Was ursprünglich nur als ein zusätzliches Marketinginstrument fungierte, wurde von ihnen schon damals als großer Gewinn für die Musik betrachtet. Mit außergewöhnlichen Locations, bezaubernden Girls und verblüffenden Visuals setzten Duran Duran neue Maßstäbe. Ihrem ersten Erfolg folgten Jahre voll von harter Arbeit und unerbittlichem Touren. Gutes Aussehen, perfekter Style und ein anständiges Maß an Zuversicht komplettierten das Gesamtpaket. Sie schrieben klassische, zeitlose Popsongs, kombinierten rockige Gitarren mit catchy Melodien und prägnanten Lyrics. Überall auf der Welt spielten sie in ausverkauften Hallen und brachen allerorts jegliche Kassenrekorde. Aufgrund der Hysterien, die jedes Mal ausbrachen, wenn sie eine Bühne betraten, wurden sie mit den Beatles verglichen. Sie trafen das, was man wohl den Nerv der Zeit nennen kann und hatten eine ganze Heerschar von Fans, die sie geradezu vergötterten.

Und nun sind sie also zurück, um all’ das noch einmal zu tun.

Gegründet wurde Duran Duran in Birmingham, England im Jahr 1978 von dem Keyboarder Nick Rhodes und dem Bassisten John Taylor. Die Musik von Duran Duran war inspiriert vom Sound ihrer Jugend: Von Soul-Music, der New Yorker Underground-Szene der 70er Jahre (New York Dolls, Velvet Underground), der Ikone David Bowie und avantgardistischen Bands wie Roxy Music. Damals war John an der Kunstakademie und Nick war gerade dabei seinen Highschool-Abschluss zu machen. Die erste Besetzung der Band wurde von einem anderen Kunststudenten namens Stephen Duffy und einem Freund, Simon Colley, vervollständigt. Simon spielte Klarinette und Bass. Nick hatte einen kleinen Synthesizer und eine Drummachine. John spielte Gitarre und Stephen sang und spielte Bass. Der lokale Dunstkreis wurde zu ihrer Spielwiese, doch nach nicht allzu langer Zeit wollten Simon und Stephen andere Ziele verfolgen und Nick und John schauten sich nach Ersatz um.

In den folgenden Monaten kamen und gingen einige neue Gesichter, bis dann Roger Taylor als Drummer zu der Band stieß. Er hatte viel mehr Erfahrung als viele seiner Vorgänger, spielte bereits in der lokal viel beachteten Punkband The Scent Organs. Als Roger dann mit an Bord war, nahm sich John dem Bass an und die frisch getaufte Band namens Duran Duran (benannt nach einem Charakter in Roger Vladims Science-Fiction-Klassikers „Barbarella“) begann einen neuen funky Style zu entwickeln, der weniger dem Punkrock dafür aber mehr dem neu aufkommenden Sound von Bands wie Simple Minds oder Japan entsprach. Als Newcomer waren John, Roger und Nick natürlich sehr interessiert daran ein Label zu finden, verschickten Demos, statteten Londoner Plattenfirmen Besuche ab und versuchten größere Gigs zu spielen. Während dieses Prozesses kamen sie dann zu dem lokalen „Rum Runner“-Nightclub - einem trendy Place-to-be. Die „Rum Runner“-Pächter Paul und Michael Berrow hörten sich die Demos an und wussten, dass diese Band etwas hatte, was sich verdammt noch mal nach Erfolg anhörte. Unverzüglich wurde die Band als Residents im Club engagiert. Während sie tagsüber in den leeren Räumlichkeiten probten und Songs schrieben, arbeiteten sie nachts als DJs in dem Club. Es folgten weitere Proben mit möglichen neuen Bandmitgliedern - wie mit Andy Taylor, der auf eine Anzeige im „Melody Maker“ antwortete und Simon Le Bon, der kurze Zeit später auf Empfehlung seiner Ex-Freundin, die hinter der Bar in dem Club arbeitete, hinzu kam. Im Gegensatz zum Rest der Band kam Simon ursprünglich aus dem Süden Englands, studierte jedoch Drama an der Universität Birmingham.

In den folgenden Monaten arbeitete die Band unermüdlich: sie schrieben Songs, nahmen auf und spielten live, wann immer es ihnen möglich war. Im Jahr 1980 nachdem sie bei Hazel O’Connor im Vorprogramm auf Tour waren, wurden ihre Bemühung belohnt: Die Begeisterung wuchs, und es wurde ein Krieg der Plattenfirmen ausgelöst, die mit Angeboten nur so um sich schmissen. Schließlich kam dann EMI zum Zug, die die Band unverzüglich mit dem Produzenten Colin Thurston ins Studio steckte.

Das selbstbetitelte Debütalbum verkaufte sich im Jahr 1981 mehr als 2,5 Millionen Mal, hielt sich für unglaubliche 118 Wochen in den Charts auf und brachte die Hitsingle „Planet Earth“ hervor. Im selben Jahr waren Duran Duran die erste Popband, die einen 12’’ Remix (ebenfalls „Planet Earth“) machte und ein kontroverses Video (unter der Regie von Godley & Creme) des Dance-Mixs von „Girls On Film“ veröffentlichten, das auf MTV sowie auf BBC nicht gespielt wurde. Im Nachhinein erscheint es ungewöhnlich, dass die Band so schnell zu Poster-Boys für eine neue Generation von Teenagern wurde. Denn das Album „Duran Duran“ war quasi die Antithese zu einem traditionellen Popalbum. Die inhaltlichen Themen waren offensichtlich an Erwachsene gerichtet; die Musik hatte - trotz der Popsounds und Dance-Verweise - eine sehr dunkle Qualität. Wie sie zunächst selbst meinten, gab es sogar Andeutungen auf die frühen Damned in ihrem Sound. Das Album wurde schon fast von einer Art düsteren Atmosphäre überschattet.

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In der Tat waren Songs wie „Careless Memories“ und die gesamte zweite Seite ihres ersten Albums nicht weit entfernt von der Stimmung der Post-Punk-Bands wie The Cure, The Psychedelic Furs, Echo and the Bunnymen und vieler anderer Vorläufer der gesamten Goth-Bewegung. Was Duran Duran jedoch vor dieser Kategorisierung bewahrte, waren ihre Dance-Rhythmen und die experimentellen Elektro-Sounds von Rhodes. Duran Duran wurden über Nacht berühmt als Teil der „Second British Invasion“ der 80er Jahre, zu der Bands wie Spandau Ballet, Human League, Ultravox und Culture Club gehörten. Dennoch standen sie immer etwas abseits von all’ dem, indem sie elektrisierende Live-Shows darboten, die Grenzen neuer Technologien austesteten und ausdauernder als einige ihrer Kollegen waren.

Es folgten klassische Chartstürmer wie „Hungry Like The Wolf“, „Rio“ und „Save A Prayer“ auf ihrem mit Multi-Platin ausgezeichneten, zweiten Album „Rio“. Und die Band erreichte mit ihren außergewöhnlichen und bahnbrechenden Videos ein neues Level. Während dieser Zeit outete sich auch Prinzession Diana als Fan von Duran Duran und Freunde wie die Künstler Andy Warhol und Keith Haring unterstützen sie. Nun wurde die Musik auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt und die Band erfreute sich an globalem Erfolg.

Im Jahr 1983 wurde „Hungry Like The Wolf“ (das von Russell Mulcahy auf Sri Lanka gedreht wurde) zu einem der meist gespielten Videos auf MTV: Im selben Jahr schaffte es „Is There Something I Should Know“ direkt auf Platz eins in den UK und auf Platz vier in Amerika.

Ihr drittes Album „Seven and the Ragged Tiger“ brachte Duran Duran die erste Nummer Eins in den Vereinigten Staaten mit „The Reflex“ ein. Im gleichen Jahr taufte der „Rolling Stone“ die Band zu „The Fab Five“, als ihre Single „Union of the Snake“ rund um den Globus geradezu explodierte. Inzwischen spielte die Band ausschließlich in ausverkauften Hallen und brach alle Verkaufsrekorde, wohin auch immer sie gingen. Awards, Hitsingles und internationaler Rum waren die Norm. Auf eine erfolgreiche Single folgte die nächste, es schien gerade so, als ob sie nichts falsch machen konnten. In nur drei Jahren machten sie drei Welt-Tourneen, gaben eine unschätzbare Zahl an Interviews und waren massenweise im TV präsent. Der Zeitplan sah keine Ruhephasen vor: die Presse, der Erfolgsdruck, die Anforderungen durch die Fans. Das Problem war jedoch, dass, als sie etwas zurück schalten wollten, die Angebote nicht weniger, sondern immer besser wurden.

Als sie dann 1985 eingeladen wurden, für den Film „James Bond 007 - Im Angesicht des Todes“ einen Song zu schreiben, bescherte ihnen das eine weitere Nummer Eins. Es war die einzige Nummer Eins, die ein Bond-Theme je erreichte (eine Auszeichnung, die sie bis heute inne haben).

Bei dem außerordentlichen Erfolg, den Duran Duran immer noch hatte, wollte die Plattenfirma ein weiteres Album. Zum ersten Mal seit Jahren sagte die Band „Nein“, da sie Zeit für eine kreative Auszeit brauchte. Dennoch war es ihnen nicht möglich, eine totale Auszeit zu nehmen. So taten sich John und Andy mit Robert Palmer, dem ehemaligen Chic-Drummer Tony Thompson und dem Bassisten Bernard Edwards zusammen, um Power Station zu gründen, während Nick, Simon und Roger an einem Nebenprojekt arbeiteten: Arcadia, mit Guest-Stars wie Grace Jones, Sting, David Gilmour und Herbie Hancock. Mit dem selbstbetitelten Album von Power Station bewegten sich Andy und John mit einer verblüffenden Mischung aus Funk und Glamrock weg vom charakteristischen Duran Duran-Sound. Das Album „So Red the Rose“ von Arcadia war jedoch eine erhabene Verbeugung vor dem alten Sound: Das düstere von „Duran Duran“ plus Poptunes à la „Rio“ und „Seven and the Ragged Tiger“. Die erste Singleauskopplung „Election Day“ war düsterer Electro-Dance-Pop at its best.

Nach einiger Zeit, in der sie getrennt voneinander arbeiteten, kamen die fünf Mitglieder im Juli 1985 wieder zusammen, um gemeinsam das historische Live Aid-Konzert in Philadelphia zu spielen. Zu diesem Zeitpunkt wusste jedoch noch niemand, dass dies der letzte Auftritt des originalen Line Ups sein und das Ende einer Ära markieren würde. Anfang 1986 wurde John gefragt, die Titelmusik zu dem Film „9 ½ Wochen“ zu schreiben. Im April chartete sein Solosong „I Do What I Do“ auf beiden Seiten des Atlantiks und Duran Duran planten nun wieder Zeit im Studio zu verbringen. Da kam der Schlag ins Gesicht ... als Roger Taylor verkündete, dass er ein weiteres Jahr für sich brauchte und sich für eine absehbare Zeit auf seine Farm in Gloucestershire zurückziehen wollte.

Fassungslos kehrten die vier verbliebenen Mitglieder im Juni zurück ins Studio, um wieder mit dem Schreiben und Aufnehmen zu beginnen. Doch bevor die Arbeit an dem Album seinen Anfang nahm, folgte auch Andy Taylor dem Weg von Roger, indem er sich auch ein paar Monate Auszeit gönnen wollte. Im Nachhinein meint er, dass sein Weggang nichts mit dem Gedanken an eine Solokarriere zu tun hatte. Doch dies war die Folge: Nach seinem Umzug nach Los Angeles schrieb er „Thunder“ mit dem Sex Pistols-Gitarristen Steve Jones, bevor er sich dann als Produzent einiger erfolgreicher Alben betätigte, unter anderen Rod Stewarts Comeback-Album „Out of Order“. Mit dem Weggang von Andy und auch Rogers offiziellem Austritt kurze Zeit später, standen die Zeichen eher schlecht für Duran Duran. Aber dann im August wurde die Band vom Gitarristen Warren Cuccurullo kontaktiert, dessen eigene Band Missing Persons sich vor kurzem aufgelöst hatte. So nahm das neue Line-Up einmal mehr Formen an.

Ende des Jahres taten sich dann Duran Duran im Studio mit dem Produzenten Nile Rodgers zusammen, um das funkige Album „Notorious“ aufzunehmen. Der Titeltrack platzierte sich an der Spitze der Charts, brachte das Album auf den Multi-Platin-Status. Vierzehn Jahre später sollte dieser Song wieder ganz oben stehen: Gesampelt von Sean „Puffy“ Combs für die postume Notorious B.I.G.-Veröffentlichung „Born Again“.

Der immense Erfolg von Duran Duran endete aber nicht an dieser Stelle...auf „Notorious“ folgte „Big Thing“ (1988) und die Veröffentlichung von „Decade“ im Jahr 1990, das die bisherigen zehn Jahre ihrer Arbeit würdigte. Das sechste Studioalbum „Liberty“ wurde noch im selben Jahr veröffentlicht - mit dem Drummer Sterling Campbell, der Steve Ferrone ersetzte.

1993 gingen Nick, Simon, John und Warren zurück ins Studio, um das neue Album „Duran Duran 2“ aufzunehmen, besser bekannt als das „Wedding Album“ (da das Artwork des Albums mit Hochzeitsfotos ihrer Eltern versehen war). Das Album brachte den Smash-Hit „Ordinary World“ und seine gleichermaßen erfolgreiche Follow-Up-Single „Come Undone“ hervor. Für dieses Album bekamen sie die besten Kritiken ihrer Karriere, heimsten den Ivor Novello-Songwriting-Award ein, das „Wedding Album“ verkaufte sich mehr als vier Millionen Mal weltweit und verschaffte der Band eine neue Generation von begeisterten „Duranies“.

Auf „DD2“ folgte “Thank You” - Duran Durans Cover-Album - und gab der Band die Möglichkeit, eine Hommage an alle von ihnen verehrten Künstler, die sie über die Jahre inspiriert und beeinflusst haben, zu veröffentlichen. Das Album beinhaltete Tributs an Grandmaster Flash & The Furious Five, Led Zeppelin, Iggy Pop, Lou Reed und vielen anderen und wurde von der Kritik wie auch von Fans und den Künstlern hoch gelobt.

Le Bon trat später im selben Jahr mit Luciano Pavarotti beim War-Child-Benefiz-Konzert in Italien auf. Es folgten weitere Festivals und Touren, aber dazwischen fand John Taylor zudem noch Zeit für die Neurotic Outsiders, einem Quartett mit dem ehemaligen Sex Pistol Steve Jones, dem Guns’n’Roses-Bassisten Duff McKagan und Drummer Matt Sorum. Ursprünglich gegründet, um bei einem Benefiz-Konzert in LA aufzutreten, wurde aus dem improvisierten Jam auf der Bühne ein ernstzunehmendes Projekt, das später von Maverick Records unter Vertrag genommen wurde und sein selbstbetiteltes Album 1996 veröffentlichte.

DURAN DURAN

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1996, nach zwei Jahrzehnten mit Duran Duran, verließ John Taylor offiziell die Band, um sich mehr seinen Soloprojekten zu widmen. Im folgenden Jahr veröffentlichte die Band „Out of My Mind“ zu dem Film „The Saint“ und „Medazzaland“, das Taylor noch einspielte, bevor er die Band verließ. Auf dem Album war auch „Electric Barbarella“, der erste Song, der weltweit über ein Download-Format im Internet verkauft wurde.

Im Jahr 2000, nach der Veröffentlichung von zwei Duran-Tribute-Alben (mit Künstlern von Kylie Minogue über Ben Lee bis hin zu Deftones und Goldfinger), brachte Hollywood Records die von Kritikern gefeierte „Pop Trash“-CD auf den Markt, auf die eine internationale Tour folgte, bei der zum ersten Mal die ‚augmented reality’-Technologie bei einem Live-Konzert zum Einsatz kam. Am Ende der Tour verließ Warren die Band, um zu den Missing Persons zurück zukehren.

Mit der erfolgreichen Welttour im Rücken nahm sich Simon eine wohlverdiente Auszeit zu Beginn des neuen Jahrtausends, während sich Nick mit seinem langjährigen Freund Stephen Duffy zu The Devils formierte, um an ihrem Debütalbum „Dark Circels“ (wurde Ende 2002 veröffentlicht) zu arbeiten.

Über die Jahre hinweg versuchten viele, die Gründungsmitglieder von Duran Duran dazu zu bewegen, sich zu reformieren, wieder zu der alten Chemie, die ja offensichtlich zwischen ihnen gegeben war, zurück zu finden. Während sie jedoch fleißig andere Projekte und Interessen verfolgten, konnte dies nie passieren. Im Jahr 2000, während ihr 25-Jahr-Jubiläum immer näher rückte, war der Zeitpunkt genau richtig und Gespräche wurden arrangiert. Zuerst wurde nur über eine Reunion-Tour gesprochen, aber als die fünf wieder gemeinsam in einem Raum waren, begannen die kreativen Kräfte einmal mehr aufzuleben. Und 2003 ging es für die ursprüngliche „Fab Five“ wieder zurück ins Studio, um an ihrem ersten gemeinsamen Album nach fast achtzehn Jahren zu arbeiten. Angetrieben von der Herausforderung „ihre Krone wieder zurück zu erobern“, arbeiteten Simon, Nick, Andy, Roger und John hart daran, neues Material fertig zu stellen, um es im nächsten Jahr veröffentlichen zu können.

Wenn man die Chart-Erfolge, die Awards, die Alben- und Single-Verkäufe zusammen zählt und die Zahl der Konzertkarten, die Stadien, die sie füllten, die bahnbrechenden Videos, die sie machten und den Einfluss, den sie auf Generationen an Musikern hatten, dazu addiert, dann ist dies eine Geschichte, von der wohl nur eine Hand voll Künstlern wie U2, The Rolling Stone oder Madonna berichten können.

Als Individuen und zugleich als die Gründungsmitglieder einer der einflussreichsten Pop-Bands der Welt haben die fünf immer wieder Grenzen überschritten und neue Standards gesetzt. Sie wollten eher neue Trends setzen, als anderen hinterher zu hecheln. Sie gingen Risiken ein, von denen sich andere gefürchtet haben. Doch die Ergebnisse sprechen für sich und für sie.

Wie alle anderen Bands, ging es für Duran Duran durch Höhen und Tiefen - ob persönlich oder beruflich. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Bands haben sie es jedoch geschafft, immer eine klare Vision darüber zu behalten, wer sie eigentlich sind und konnten großartige Popsongs schreiben, die den Lauf der Zeit überstehen und auch noch in Zukunft viele Fans überzeugen werden.

Mit dem phänomenalen Erfolg, den sie bereits genießen konnten und ihrer großen Zuversicht in die Zukunft sind Duran Duran in einer unikalen Position. Sie sind weltweit ein allgemein bekannter Name - eine wiedererkennbare und respektierte Marke bei Generationen von Musikliebhabern. Sie haben eine reiche und lebhafte Vergangenheit hinter sich. Und sie haben eine ebenso spannende Zukunft vor sich.

Text: Sony Music

Offz. Homepage:   DURAN DURAN

 

DURAN DURAN - SUNRISE

 

Single: SUNRISE

VÖ: 20.09.04

Sony Music

Duran Duran - Sunrise [Windows Media Video]

 

 

DURAN DURAN am 30.09.04 auf der Popkomm...

 

DURAN DURAN - ASTRONAUT

 

Album: ASTRONAUT

VÖ: 11.10.04

Sony Music

Duran Duran - Astronaut EPK [Windows Media Video]

 

CD-Vorstellung

 

 

Interview DURAN DURAN

Interview mit John Taylor, Roger Taylor und Andy Taylor

Berlin 26.07.2004

 

1.) Wie kam es zur Wiedervereinigung von Duran Duran?

Roger: I think it was John, Nick and Simon that met up in LA … I think you called me, didn’t you?

Roger: Ich glaube, es waren John, Nick und Simon, die sich in L.A. trafen. Die Verträge von Nick und Simon mit Warner liefen gerade aus und beide suchten etwas Neues. Ich glaube, ihr habt mich angerufen.

John: Well, they both came to my house … It couldn’t have happened at any other time for us.

John: Ja, beide kamen zu mir und wir riefen dich an. Aber sind wir doch mal ehrlich, im Grunde war das doch alles eine Frage der Planetenkonstellation. Also wirklich, das ganze Gerede von anderen Bands und den 80ern mal außen vor, im Grunde war dies der einzige Zeitpunkt, an dem wir alle fünf das Gefühl hatten, es sei der richtige Zeitpunkt, es noch mal zu versuchen. Es hätte zu keiner anderen Zeit passieren können.

2.) Welche Rolle spielte das 25-jährige Bandbestehen für die Wiedervereinigung?

Roger: No role at all actually … Quiet a lot of that made it to the new album.

Roger: Tatsächlich spielte es keine Rolle. Wir hatten einfach alle den richtigen Platz in unseren Leben gefunden, an dem wir bereit waren, es zu versuchen. Eben jener Moment, an dem man nichts zu verlieren hat und bereit ist, es zu wagen, um zu sehen, was passiert. Wir mieteten uns ein Haus in Südfrankreich für zwei Wochen, brachten unsere Instrumente hin sowie einen Aufnahmetechniker und ließen uns überraschen. Von den alten Sachen haben wir gar nichts gespielt, nur neues Material. Eine Menge davon hat es geschafft, aufs neue Album zu kommen.

John: But we didn’t seriously attack any of the old music until … align themselves like they did when we first met.

John: Wirklich ernsthaft haben wir uns erst um die alten Songs gekümmert, als ein Konzert in die Nähe rückte. Es ging in erster Linie darum, einander musikalisch wieder zu entdecken. Im Sinne von, hey, so spiel’ ich heute, Oh, so machst du das jetzt. Ist das so ok? Mit der Zeit passten sich unsere Stile wieder einander an, so wie früher.

3.) Wieso wart ihr euch sicher, dass die Chemie zwischen Euch noch stimmt?

Roger: Well, I think we spent so many hours playing together … So no one is gonna play before you play.

Roger: Wir hatten so viele Stunden zusammen gespielt, bei Konzerten und im Studio. Das wird immer da sein. Es ging nur darum, es wieder zu entdecken. Wir hatten uns unsere Sporen gemeinsam verdient. Da spielt keiner ohne den anderen.

4.) Hätte es nach der langen Trennung nicht auch scheitern können?

Andy: Getting it back together was, whatever Nick or Simon had been doing … I don’t think we were gonna blind ourselves with, you know, here we are, come and get it.

Andy: Es gab gar keine andere Möglichkeit. Egal, was Nick, Simon oder ich in der Zwischenzeit gemacht hatten - bei jedem von uns war es etwas anderes - diese anderen Dinge hatten keine Zukunft! Wir mussten den alten Kreis wieder schließen. Das brauchte seine Zeit. Ich glaube, wir sahen ein, dass wir es alleine nicht schaffen würden. Solange wir aber Songs schreiben und uns musikalisch verständigen konnten - diese ganzen einfachen Dinge eben - gab es auch einen neuen Anfang für uns. Dann würde es auch wieder die Band geben. Tatsächlich hatten wir drei bereits vor dem Fünfer-Treffen schon eine Woche lang gemeinsam im Studio gespielt, um heraus zu finden, ob überhaupt eine Basis da ist. Wir waren nicht so vermessen zu glauben, dass das alles problemlos und instinktiv läuft. Ich glaube nicht, dass wir einfach blind drauf los gezogen wären.

5.) Welche Rolle spielten eure Live-Konzerte der letzten Jahre als Test, ob die alte Chemie der Band noch stimmt?

Andy: You just become a better band from playing live … But now we got a band together.

Andy: Eine Band wächst mit jedem Konzert. Man wird wieder eine Einheit. Du siehst das Publikum, spürst die Temperatur. Live zu spielen gibt dir ein Gefühl dafür, wie gut du wirklich als Band bist. Danach kam der Vertrag mit Sony und das Album wurde aufgenommen. Die gesamte Energie, die wir während der Konzerte aufgebaut hatten, findet sich auf dem Album. Es fühlt sich echt und legitim an, das hier ist kein Marketingtrick mit einem großen Namen. Wieder zusammen zu kommen, dauerte einen Tag, wieder zusammen zu finden dauerte Jahre. Aber jetzt sind wir als Band wieder zusammen.

6.) Wie war die Resonanz auf eure Comeback Tour?

Roger: It’s been incredible right from the off … I think it was about an 8000 seater. We thought, wow.

Roger: Es war unglaublich und etwas ganz Besonderes. Es scheint etwas mit den Leuten zu geschehen, wenn sie uns fünf gemeinsam auf der Bühne erleben. Wir hatten keine Ahnung, was passieren würde. Unsere erste Show spielten wir im „Budokan“ in Tokio. Da passen 8000 Menschen rein. Wir waren sprachlos.

John: I think it was Osaka. And I remember us driving … But nobody was more overwhelmed than we were.

John: Ich glaube es war in Osaka. Ich erinnere mich, wie wir drei vom Hotel abfuhren. Ich konnte nicht glauben, dass das alles wirklich passiert. So viele Menschen, die überwältigt waren von der Idee, dass wir wieder zusammen spielen. Dabei war wohl niemand überwältigter als wir selbst.

Roger: The first show was sold out within two hours … It’s been incredible.

Roger: Die erste Show war innerhalb von zwei Stunden ausverkauft. Es war geschockt und sprachlos. Von da ab lief alles wie von selbst. Alles war im Nu ausverkauft. Wir spielten fünf Abende im Wembley Stadion. Es war unglaublich.

Andy: When you are a musician, an artist, a writer but you are also an entertainer …. We wrote a lot of new material after we came off the road, and the whole thing came together.

Andy: Als Musiker ist man nicht nur Komponist sondern auch Entertainer und somit jemand, der diese Aufmerksamkeit liebt. Jeder, der etwas anderes behauptet, lügt. Je mehr Konzerte wir spielten und je besser die Resonanz war, desto stärker wurde unser Selbstvertrauen. Dann ist man kreativer und nutzt seine Möglichkeiten besser. Das kommt auch bei Industrie besser an, wenn sie sieht, wie positiv die Leute auf uns reagieren. Wobei wir nicht mit diesen Ausmaßen gerechnet hatten. Als wir in Las Vegas zwei Abende im House Of Blues spielten und 5000 Tickets dafür angeboten wurden, brach das Ticket-System innerhalb von sechs Minuten zusammen. Das ging schneller als bei den Rolling Stones. Solche Dinge passierten uns. Da denkst du dir, verdammt, das habe ich lange nicht gehabt, genauso wollte ich das haben, das ist wirklich aufregend. Dann wischst du alles andere weg. Fünf Jungs und ihre Instrumente, Licht und Sound, mehr brauchst du nicht. Das hat uns wieder zusammen gebracht und sowohl das Publikum als auch das Label davon überzeugt, sich unser neues Material anzuhören. Nach der Tour haben wir einen Haufen Songs geschrieben. So entstand alles.

7.) Wie würdet ihr das Verhältnis zwischen euch beschreiben?

Andy: Totally unique. Fragile, frightening.

Andy: Absolut einzigartig. Zerbrechlich, beängstigend.

Roger: It’s very unique .. But somehow that tension really creates something special, I think.

Roger: Es ist sehr, sehr einzigartig. Wir sind völlig verschieden. Jeder von uns ist ein anderer Typ. Es ist ein Wunder, dass wir überhaupt zusammen arbeiten können. Aber irgendwie scheint gerade diese Spannung etwas Besonderes hervor zu bringen.

8.) Könnt ihr das Verhältnis zwischen euch etwas genauer beschreiben?

John: First and foremost we are very self-centred … And I think that that process really kind of like ..

John: Wir sind vor allem sehr auf uns selbst bezogen. Das müssen wir auch sein, denn bevor ich an den Markt oder das Publikum denke, muss ich wissen, ob die Musik für jeden von uns passt. Jede neue Idee für einen Song muss auch Andy oder Nick gefallen. Bis dieses Album fertig war, wurde es von uns einer unvorstellbaren Musterung unterzogen. Ich denke, dadurch …

(Andy) … it straightens out the kinks …

Andy: Es glättet die Wellen.

(John) … it does. And on top of that we’ve had a long time to work this … So it’s the best of all these worlds.

John: Genau. Außerdem haben wir lange daran gearbeitet. Wir kamen im Sommer 2002 zusammen. Haben wir jetzt 2005 oder 2004? Ok, dann war es 2001. Wäre alles nach Plan verlaufen, hätte damals an Weihnachten bereits ein Album erscheinen können. Aber die Mächte verschworen sich und zwangen uns, sich noch einmal hinzusetzen und weitere Songs zu schreiben, bessere Songs. Und zu touren, was uns zu besseren Musikern machte. Als wir schließlich den Vertrag bekamen und zurückkehrten, um ein Album aufzunehmen, taten wir dies mit all unserer Kraft. Wir hatten ein paar Jahre Zeit gehabt, um darüber nach zu denken, was wir von dem Material fürs Album nehmen, um die Band am besten zu repräsentieren. Als wir dann auf Tour gingen, hatten wir genug Kraft für eine monatelange Tour. Es war also die Beste aller Welten.

9.) Wie würdet ihr die Quintessenz von 25 Jahren Duran Duran beschreiben?

John: Our strength has always been our strength … when we were in focus together it becomes a very powerful and sort of appealing entity.

John: Unsere Überzeugtheit war stets unsere Stärke. Diese Einzigartigkeit zeichnet alle fünf von uns aus. Trends interessieren uns nicht. Wir denken nicht darüber nach, was im Radio oder bei MTV gerade angesagt ist. Es geht darum, gemeinsam Songs zu schreiben. Wir haben uns immer am Groove orientiert. Roger und ich, wir waren nie eine einfache Rhythmus-Band. Wir haben immer versucht, eine Aussage zu machen. Jeder Musiker in dieser Band hat dieses Ziel. Das zeichnet uns aus. Wenn du ein Video drehst, gibt es bestimmt viele Dinge, die man machen kann. Entscheidend aber ist, dass wir uns wohl fühlen. Erst dann spricht es auch andere an. Wenn wir fünf uns wirklich gemeinsam auf eine Sache konzentrieren, wird daraus ein kraftvolles und anziehendes Ganzes.

10.) Wie kamt ihr zu Sony Music?

Andy: When you come back around on the sort of second trip … We got the best label on the planet.

Andy: Wenn du zum zweiten Mal an den Start gehst, kennen dich natürlich alle. Nicht dass man nicht gespannt wäre, immerhin ist bekannt, dass sich unsere Platten verkaufen. Aber besonders motivierend ist das nicht. Man möchte ein Label, das wirklich mit einem arbeiten will. Und Sony war das erste Label, nachdem wir uns bei einigen umgehört hatten, das genau diese Begeisterung zeigte. Wir hätten das alles auch schon ein paar Jahre früher mit einem anderen Manager und einem anderen Label machen können. Aber irgendwie bewahrte uns das Schicksal davor, zu früh einzusteigen. Schließlich will man doch ein Label, das einem die nötige Anerkennung gibt. Und wenn man sich schon die Kirschen heraus suchen darf, dann gibt es für einen internationalen Künstler kein besseres Label als Sony. Wir sind sehr zufrieden mit der Agentur, dem Management, dem Label. Unsere Auftritte waren ein unglaublicher Erfolg. Das Verhältnis mit unserem Manager ist gut, das hatten wir noch nie, das ist absolut einzigartig. Wir haben das beste Label der Welt.

11.) Was erwartet uns auf eurem neuen Album?

Roger: Soundwise it’s been very important … It retains the original Duran Duran sound but with a contemporary production, I guess.

Roger: Uns war wichtig, dass der Sound von jedem Bandmitglied erkennbar ist. Die ganze Wiedervereinigung der Band wäre Unsinn gewesen, wenn wir mit programmierten Sounds gearbeitet hätten, wie das heute so oft der Fall ist. Also gingen wir unseren eigenen Weg und achteten darauf, dass alles sehr gut aufgenommen wurde und klare Standpunkte bezogen wurden. Also gibt es hier sowohl groovige Sachen als auch Balladen. Das Album bewahrt den original Duran Duran Sound, aber mit aktueller Produktion.

12.) Gab es Inspirationen oder Vorbilder?

Andy: You know, we would never say, we want a record that sounds like that … hearing you five play that song. That’s all we want.

Andy: Wir würden uns nie bei einem Album oder Video an anderen Dingen orientieren, außer an uns selbst. Genau das macht uns aus. Es ist überwältigend und geht nur darum, fünf Leute zusammen spielen zu sehen und die Band zu hören. Das ist alles, was wir wollen.

13.) Was könnt ihr zu den Texten des Albums sagen?

John: Well, lyrically, Simon, he is sort of grown as a lyricist … That’s a lot of what the band is about.

John: Simon hat sich als Textschreiber weiterentwickelt. Songs wie „Ordinary World“ und „Come Undone“ waren wichtige Songs, sie verfügten über etwas Menschliches. Er war schon immer ein spannender Texter, der schräge, aber spannende Texte schreibt. Hinzu kam dann Bewusstsein, das sich in diesem Album widerspiegelt. Ebenso etwas Frivoles oder jene Partystimmung, die einfach aus ihm raus musste. Denn sie macht die Band aus.

14.) Was genau macht euch als Band aus?

John: I was gonna say it’s a comedy of manners or areas … You put five guys that are in their fortieths, you put them into a very intense situation like

John: Es ist ein Zusammenspiel von Talenten. Darum geht es in dieser Band. Die verschiedenen Talente von fünf Jungs. Jeder von uns ist fähig, selbst ein Album zu machen, wir wissen, wie man Songs schreibt. Aber wir kommen zusammen und jeder gibt sein Bestes. Das ist Duran Duran, wir stehen für Spaß und lebendige Musik, die aber auch etwas Düsteres hat und etwas Erwachsenes, da wir reifer geworden sind. Ich habe im Laufe der Zeit mit vielen anderen Musikern gearbeitet habe. Ein Grund, warum ich zurückgekehrt bin, ist, dass Musiker wie Roger oder Andy in ihrer Disziplin für mich immer der der Richtwert geblieben sind, an dem ich jeden anderen Schlagzeuger oder Gitarristen messe. Ebenso Nick als Keyboardplayer, niemand spielt so aufregend wie er. Da kommst du irgendwann an den Punkt, an dem du dich fragst, warum holen wir nicht einfach dieses Maß aller Dinge zurück. Es ist die Musik, die uns zusammenbringt. Und was das Persönliche betrifft, daran kann man arbeiten. Ist doch klar, dass wenn du fünf Mittvierziger in solche eine besondere Situation bringst, …

Andy: … the whole world’s watching …

Andy: … und die ganze Welt schaut zu …

John: … you are gonna have a lot of shit going on. You just are, cause guys are like that. And we are too. If there was five women …

John: … dass dann eine Menge Shit passiert. Weil wir Jungs nun mal so sind. Wenn wir fünf Frauen wären …

Andy: … at least we don’t have a menstruation. Although some say we have it more.

Andy: Aber wir menstruieren nicht. Obwohl einige behaupten, wir wären in der Hinsicht noch viel extremer …

John: … at least with girls, you have it at the same time. … but we have it within two weeks.

John: … während Frauen das ja oft gleichzeitig haben … aber wir haben das innerhalb von zwei Wochen.

15.) Was kann man aus euren Texten über euch erfahren?

Andy: As far as John was telling about Simon and lyrics and stuff, I mean there is a lot more I think that people can plug their intellect into … So there is only one choice. Hope, optimism and those sort of things.

Andy: John hat ja schon einiges erzählt zu Simon und den Texten. Ich denke, in ihnen steckt mehr, als etwa bei Songs wie dem halbherzigen „Union Of The Snake“. Aus zwei Gründen: zum einen weil wir als Vierzigjährige über einen ganz anderen Erfahrungsschatz verfügen. Zum anderen, weil sich die Welt entscheidend verändert hat. Das hat auch unsere Arbeit, die Songs und ihre Texte beeinflusst. Wir fingen an im Sommer (2001), noch vor dem 11. September, unten im Süden Frankreichs. Da war die Welt noch reich, der Aktienmarkt florierte, aber dann: Bin-wer? Heute können wir nicht mehr arbeiten, ohne Visa, Fingerabdrücke oder ähnliches. Natürlich hat das Einfluss auf unsere Songs. Simon hat diese Themen aufgegriffen, aber ohne daraus belehrende oder klagende Songs zu machen. Es geht um den Blick auf das Morgen. Glauben zu haben oder sich mit Drogen voll pumpen und sich gegenseitig umzulegen. Indem er diese Punkte anspricht, folgt er eben nicht dem Weg von Morrissey, von wegen Thatcher ist eine Schlampe und Reagan ein was-weiß-ich. Er beschreibt es eher als etwas, das uns allen passieren kann, das aber nur schlimmer wird, wenn man es nicht besser macht. Es gibt nur eine Lösung: Hoffnung und Optimismus.

16.) Was meint ihr, wie eure Fans auf die neuen Duran Duran reagieren?

Andy: The old fans are older, so that shouldn’t be a problem.

Andy: Unsere Fans sind älter geworden. Das dürfte also kein Problem sein.

Roger: I would hope most of them have matured with us … good chance of completely crossing over and get into the kids as well, I hope.

Roger: Ich hoffe, sie sind mit uns gereift. Die Kids, die uns damals hörten, sind heute in der Regel Mitte dreißig. Also haben wir es mit einem reiferen Publikum zu tun, das unseren Ideen gegenüber aufgeschlossen sein dürfte. Andererseits wäre es schon schön, auch die jungen Kids zu erreichen. Deshalb war die Entscheidung richtig, mit Dallas Austin einen aktuellen schwarzen Produzenten zu wählen, eben um auch die Kids zu erreichen.

17.) Wie bewertet ihr die Arbeit der am neuen Album beteiligten Produzenten (Dallas Austin, Don Gilmore)?

Andy: I mean what does a producer do? … And Dallas is a vibe guy.

Andy: Was macht ein Produzent? Er wählt Songs aus, trainiert die Band für sie, arrangiert sie, und falls Leute aus der Band selbst nicht spielen können, findet er Ersatz. Wir machen das alles selbst. Wir kommen mit einem fertigen Stück zum Produzenten und fragen ihn nach seiner Meinung, etwa ob das Schlagzeug ausreichend ist. Einen Einfluss wie ihn etwa Don Gilmore auf die Musik von Linkin Park hat, gibt es bei uns nicht. Es ist eher eine Art Koproduktion. Der Produzent steuert das letzte etwas bei, das wir selbst nicht geben können, etwa die Entscheidung über das Tempo eines Songs. Davon profitieren wir. Aber niemand verbiegt uns in Richtung seines Stils. Wir wollen etwas vom Produzenten, nicht er von uns. Don ist ein großartiger Mann, wenn es um Aufnahmen geht. Er ist sehr geduldig und kann viele Informationen verarbeiten und koordinieren. Während Dallas ein Gefühlsmensch ist.

18.) Wie war die Arbeit mit Dallas Austin?

Roger: When Dallas comes in the studio turns into a nightclub … two different stars of producers coming into the studio.

Roger: Wenn Dallas ins Studio kommt, wird ein Nachtclub daraus. Die Musik ist richtig laut. Auf den Bildschirmen laufen Filme und er sitzt an seinem Keyboard. Der totale Gegensatz zu Don. Don arbeitet sehr methodisch und exakt. Es ist spannend, diese beiden gegensätzlichen Top-Produzenten im Studio zu haben.

19.) Warum habt ihr Dallas Austin und Don Gilmore als Produzenten gewählt?

Roger: Well, I think we thought Don would be … Whereas Dallas was more the kind of wild cat that would come in and kinda figure …

Roger: Nun, wir hielten Don für den richtigen Mann, um die Instrumente perfekt aufzunehmen und einen organischen Sound für das Album zu schaffen. Er arbeitet sehr präzise. Während Dallas eher der wilde Typ ist …

John: And they both have records in the charts this week … We just keep going. We’d still be on our first album I think.

John: Außerdem sind beide gerade mit Alben in den Charts vertreten. Im Gegensatz zu uns. Auch war klar, dass wir uns nicht grundlegend ändern würden, wie heißt es doch: die Katze lässt das Mausen nicht. Es ging nur darum, den Ton des Fotos ein wenig zu ändern und sicher zu stellen, dass die Songs gut rüberkommen. Wir haben so oft mit Produzenten gearbeitet, die meinten: Lasst es so, so ist es perfekt. Denn wir sind uns da oft nicht sicher. Da braucht man jemanden, der entscheidet: Das bleibt so, das ist jetzt fertig. Wir würden sonst einfach weiter machen und säßen wahrscheinlich immer noch am ersten Album.

20.) Die erste Single “Sunrise” klingt mit Zeilen wie „Now The Time Is Come/ The Music Between Us/ The Night Is Young…“ fast wie eine Reverenz an die Reunion von Duran Duran. War das die Idee dahinter?

Andy: I think it is. It is about, I mean he tried to put the lyrics … One for the kids, one for the radio and one for the adults.

Andy: Ich denke schon. Simon hat hier versucht, die Worte in den Kontext einer späten Clubszenerie zu stellen, wo er jemandem etwas in Kurzform erzählt. Daher die vielen Phrasen. Aber was wirklich dahinter steckt, wird man sehen. Er liefert nämlich nie eine Erklärung zu seinen Texten, die muss sich jeder selbst erarbeiten. Für den Song „Astronauts“ etwa gibt es drei Interpretationsansätze: einen für Kinder, einen fürs Radio und einen für Erwachsene.

21.) Wovon handelt der Song “The Finest Hour”?

Andy: That is about being under quiet attack … is about take it back because a lot of it’s been gradually eroded away.

Andy: Da geht es um Lauschangriffe und all das. Die Bestimmungen des verdammten „Patriot Act“ gefährden unsere Freiheit, wenn Telefone abgehört, E-Mails gelesen und Lauschangriffe durchgeführt werden. Ein brillanter Text, der davon handelt, diese Dinge rückgängig zu machen, da schon zu viel untergraben worden ist.

22.) Simon schreibt als einziger die Texte?

Andy: Yeah, but the trick with it is … We get in there and he hears something …

Andy: Ja, aber der Trick ist, dass er keinerlei Musik dazu hat, bevor wir sie beisteuern. Ohne uns ist er ein reiner Poet. Und das bliebe er auch, denn die Musik kommt immer zuerst. Wir legen los, und irgendwann fällt ihm was dazu ein …

Roger: It is very true that Simon is not like Sting where he can play an instrument and arrange a band around him.

Roger: Simon ist kein Sting, der ein Instrument spielt und dazu ein Band arrangiert.

Andy: So there is a different motivation … He is a very, very lucky guy to have us around and vice versa.

Andy: Also ist der Antrieb ein anderer. Wir setzen eine Stimmung, zu der er dann mit einem Text kommt, der zu dieser Stimmung passt. Er kann sich glücklich schätzen, dass er uns hat. Und umgekehrt, natürlich.

23.) Ihr motiviert Simon zum Schreiben von Texten?

John: We call ourselves “Charlie And The Fluffers” … Fine, that’s it.

John: Wir nennen uns „Charlie & The Fluffers“. Du weißt, was ein Fluffer ist? Die benutzen man in Pornos, um den Typ während der Takes bei der Stange zu halten. Genau so ist es bei uns. Wir „fluffern“ Simon pausenlos: Komm schon, Baby! Wie gefällt dir dieser Groove? Oder diese Akkorde? Ist das gut so? Oh, ja, mir fällt etwas dazu ein. Perfekt! So bleibt es.

24.) Ihr wirkt nach all den Jahren immer noch wie ein Haufen guter Freunde. Warum habt ihr euch damals überhaupt getrennt?

John: We were young … We were under a lot of pressure.

John: Wir waren jung und völlig verdorben. Wir wussten das alles nicht zu schätzen. Wir standen unter großem Druck.

Andy: We all thought, everyone else was being selfish … an unbelievable experience but also what was put in our hands at the age of 20, 21 was phenomenal. Of course we didn’t know how to handle it.

Andy: Es war dieses typische “Wieso-sind-alle-anderen-so-selbstsüchtig“-Syndrom. Ich war 19, als ich zur Band stieß, Nick war 17. Wir waren Teenager, als wir den Vertrag bei EMI unterschrieben. In der Zeit zwischen 18 und 25 sind wir nicht wirklich gereift. Wir hatten ja keinerlei Verantwortung. Die einzige Weiterentwicklung während dieser sechs, sieben Jahre war unsere Musik. Das Individuum trat völlig dahinter zurück. Das ist wie bei jungen Fußballern. Du hängst permanent mit derselben Clique rum, wo alle dieselbe Sprache sprechen und dieselben Witze reißen. Bis du dich mit 25 plötzlich fragst: Und was ist mit mir? Plötzlich hast du ein Kind und stellst fest, dass du existierst. Anfangs nutzt du die Band als Flucht, später fliehst du vor ihr, weil sie dir keinen Platz mehr für dich selbst lässt. Man wird dort nicht erwachsen, alles ist einfach. Alles ist käuflich. Habe ich jemanden verletzt? Egal, bezahl sie und gut. Das ist ein sehr ungünstiges Umfeld für einen jungen Menschen. Man lernt dort nichts. Denn am Ende fällt man ins Loch. Es war ohne Frage eine unglaubliche Erfahrung aber auch eine große Chance, die uns da Anfang 20 in die Hände gegeben worden. Natürlich wussten wir nicht, mit ihr umzugehen.

25.) War eure Situation eine besondere? Und was habt ihr daraus gelernt?

Andy: So I don’t think there is anything extraordinary about what happened to us … There is still a lot of lead in the pencil as they say where I come from.

Andy: Ich glaube nicht, dass wir eine Ausnahme waren. Wir haben fünf Alben und zwei Spin-Offs, also sieben Alben in fünf Jahren gemacht. Das verschlägt dir den Atem, das ist eine Karriere. Sieben Alben sind eine Karriere. Die meisten Bands schaffen zwei und das dritte geht im Koks unter. Sieben Alben, „Wildest Dreams“ als Nummer-eins-Hit für James Bond, zwanzig verdammte Hit-Singles. Was bleibt da noch zu tun? Nichts. Spaß haben, mehr Drogen nehmen, noch mehr Geld ausgeben, aber sonst nichts. Ich mache uns keine Vorwürfe, weder mir noch Roger oder wie wir damals waren. Immerhin haben ein paar Leute ein Haufen Geld damit verdient. Wieso sollte man sich da schlecht fühlen? Irgendwie haben wir es überlebt und wieder zusammen gefunden. Heute ist es besser denn je. Jeder von uns lebt heute bewusster und weiß die Dinge mehr zu schätzen. Die Pause hat uns gut getan. Wären wir damals dabei geblieben, es wäre richtig schief gelaufen. Dadurch dass wir uns trennten, haben wir unsere Haut gerettet und haben heute die Kraft und den Schwung, es neu anzugehen. Die meisten anderen Bands wären zu diesem Zeitpunkt völlig abgegessen. Das hier ist eigentlich unser viertes Studioalbum in der kompletten Duran Duran-Besetzung. Und wie sagt man so schön in der Gegend, aus der ich komme: da ist noch eine Menge Tinte im Füller.

26.) Außer euch hat fast keine Band der 80er Jahre überlebt. Schicksal?

Andy: I mean that is one of things that, that is just fate, luck that we have … you better know what to take care of in life.

Andy: Wir hatten Glück oder es war einfach Schicksal. Unsere alten Freunde von Power Station sind alle tot. Überleg mal: Du hast in zwei Bands gespielt, mit beiden Hits gehabt, und die Hälfte der Leute lebt nicht mehr. Da merkst du schnell, dass du ein bisschen besser auf dich aufpassen solltest.

John: What do they call it when you cut the retreat path off.

John: Wie nennt man das, wenn man sich den Rückzugsweg abgeschnitten hat?

Andy: We can’t run back there … It’s been very close to us to happen to people, so you know, you do kinda go …

 

Andy: Wir können nicht mehr zurück. Daran siehst du, wozu dieses Business fähig ist: Es kaut dich auf und spuckt dich aus. Es tötet dich und bringt dich früh ins Grab. Wir waren da dicht dran …

John: I think the whole experience has been good for us as individuals … But there is a big back story.

John: Ich glaube, diese Erfahrung hat uns gut getan. Sie zwang uns, mehr über uns und unsere Beziehungen nachzudenken. Wir sind heute stärker und fokussierter als am Anfang. Das mussten wir auch, um am Ball zu bleiben. Man stellt sich das wohl so vor: Ok, wir fahren wir mal eben für zwei Wochen nach Südfrankreich, nehmen ein Album mit neuem Material auf und haben einen Vertrag. Aber so war das nicht. Überhaupt nicht. Die Messlatte für uns wurde ständig höher gehängt. Wir mussten wirklich springen. Das war wirklich erstaunlich. Und jetzt sind wir hier mit einem neuen Album. Aber dahinter steht eine lange Geschichte.

27.) Wann kommt ihr mit dem neuen Album auf Tour nach Deutschland?

John: We are working, we are hoping to play … I’m very much looking forward to it.

John: Wir hoffen, in einigen unserer europäischen Lieblingsstädte spielen zu können, bevor das Album erscheint. Dann wären wir auch in Berlin. Die komplette Deutschlandtour wird aber erst im nächsten Jahr folgen. Darauf freue ich mich sehr.

Roger: Absolutely, because Germany was always … So we are looking forward to get back here.

Roger: Auf jeden Fall, denn Deutschland war schon immer einer unserer stärksten Märkte, den uns immer unterstützt hat. Daher freuen wir uns darauf, wieder zu kommen.

28.) ID Andy Taylor - New Single

29.) ID Andy Taylor - New Album

30.) ID John Taylor - New Music

31.) ID Roger Taylor - New Single

 

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