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Foto: Promo |
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Es
ist das schillernde Charisma von Dave Wyndorf, das dramatische
Gitarrenspiel von Ed Mundell (Lead) und Phil Caivano (Rhythmus), dazu der
erbarmungslose Groove von Neuzugang Jim Baglino (Bass), die Monster Magnet
zu eine der faszinierendsten Rockbands der Erde gemacht haben. Es ist die
ganz eigene unverwechselbare Mixtur aus frühen Black Sabbath-Anleihen,
Querverweisen an die Erfinder des Spacerocks Hawkwind, an die englische
Psychedelic-Ära der Sechziger, den deutschen Psychedelic-Rock der
Siebziger, die zu Recht immer wieder lobend erwähnt wird. Es waren
Singles wie ´Negasonic Teenage Warhead`, ´Space Lord` oder ´Heads
Explode`, die diese Band in aller Munde sein ließen. Und es waren die üblichen
Unwägbarkeiten des Musikbusiness, die Wyndorf & Co. bis über die
Grenze des Akzeptablen hinaus genervt haben. Das alles liegt hinter
Monster Magnet, die Veröffentlichung von Monolithic Baby!
bei SPV und eine ausgedehnte Europatournee im Frühjahr 2004
dagegen vor ihnen. Chef Wyndorf ist voller Optimismus: „Wir sind jetzt
endlich wieder bei einem Label, bei dem die Musik im Vordergrund steht und
nicht alles irgendwelchen Marketing-Strategien untergeordnet wird. Das ist
sehr inspirierend für uns als Musiker und zweifelsohne auch im Interesse
unserer Fans.“ God Says No
hieß vor dreieinhalb Jahren das bis dato letzte Werk. Es folgten
ereignisreiche Monate, in denen Wyndorf Songs für ein weiteres Monster
Magnet-Album schrieb, sich als Komponist für den Filmsoundtrack ´Torque`
auszeichnen und wichtige geschäftliche Belange neu regeln konnte.
Dazwischen lag der 11. September 2001, ein Moment in dem er gemeinsam mit
dem Rest der Welt den Atem anhielt. „Ich hatte anschließend lange das
Gefühl, dass die Zeit für eine neue Monster Magnet-Veröffentlichung
noch nicht reif war. Deshalb nahm ich gerne das Angebot an, die Musik für
´Torque` zu schreiben.“ Dennoch hat er nie die Interessen seiner Band
aus den Augen verloren und legt mit Monolithic
Baby! jetzt ein Album vor, dass
er selbst als „Twentieth-Century-Rock´n´Roll-Psychedelia, larger than
life“ umschreibt und die Marschrichtung mit den Worten vorgibt: „Diese
Scheibe ist eine echte Rock´n`Roll-Affäre, mit großen Hymnen, kurzen
und geradlinigen Krachern, gespielt von zwei Gitarren in druckvollem
Bombast-Sound und mit dem einzigartigen Flair von Monster Magnet.“
Gemeint sind damit Stücke wie ´Unbroken (Hotel Baby)`, das
atemberaubende ´Monolithic` oder auch das mit Wyndorf ausdrucksstarker
Stimme gesungene ´Too Bad`. Hinzu kommen zwei Coversongs aus berufener
Feder: ´The Right Stuff` stammt von Captain Lockheed And The Starfighters, dem 74er Soloalbum von Ex-
Hawkwind-Sänger Robert Calvert. Das Stück ´There´s No Way Out Of Here`
wiederum wurde von Pink Floyd-Gitarrist/Sänger David Gilmour komponiert
und 1978 auf dessen erstem Soloalbum veröffentlicht. „Für mich der
letzte echte Pink Floyd-Klassiker, auch wenn er auf Gilmours Soloschreibe
erschienen ist“, sagt Wyndorf. Natürlich
spiegeln sich die schwierigen Erfahrungen der vergangenen drei Jahre auch
in den Texten auf Monolithic Baby!
wieder. Wyndorf wäre nicht Wyndorf, hätte er seinen Frust im stillen Kämmerlein
zurückgehalten. „Es gibt immer mehr Informationen, die Macht der Medien
ist so groß wie nie zuvor, gleichzeitig aber entwickelt sich die
Popkultur ständig zurück“, schimpft er. „Massenhaft reiche Kids mit
falschen Werten und Normen, dazu Fernsehsüchtige, Computer-Maniacs, der
voyeuristische Spaß am Zeitalter des Terrors. Ich attackiere den Zustand
der westlichen Gesellschaften, ich äußere mich sozialkritisch und
prangere derartige Auswüchse an – deshalb auch dieser Albumtitel.“
Rockmusik also in ihrer besten Rolle: laut, mit dem Finger in der Wunde. Rock´n`Roll
at its best, Rock´n`Roll made by Monster Magnet! Wie
übrigens schon seit über zehn Jahren! Anfang der Neunziger erschien eine
kleine feine EP bei einem Indiependent Label und erregte ebenso die
Aufmerksamkeit wie das zuvor in Umlauf gebrachte Demotape Forget
About Life I'm High On Dope. Die Presse fabulierte von
„Inspirationen die vornehmlich halluzinogener Chemie“ zu verdanken
sind. Ob mit oder ohne Drogenkonsum, die Truppe aus New Jersey faszinierte
die Öffentlichkeit vom Start weg. Das steigerte sich, als 1991 das Album Spine
Of God veröffentlicht wurde. Hochachtungsvoll kürte die
amerikanische Presse Sänger Dave Wyndorf zum ´Devils Dog` und lobte
seine kompositorischen und gesanglichen Fähigkeiten. Der wiederum erklärte
seine Musik zu „a satanic drug thing you wouldn't understand“ und
entzog sich damit allen Erklärungsversuchen. Dennoch (oder gerade
deswegen) weckten Monster Magnet die Neugier großer Plattenfirmen und
konnten bereits zwei Jahre später mit Superjudge
ihren Einstand bei einer Major Company feiern. Die Verkaufszahlen zogen
an, die Tourneereisen wurden länger, die Hallen größer und voller.
Einem Urknall gleich erschien 1995 Dopes
To Infinity und präsentierte mit ´Negasonic Teenage Warhead` den
legitimen Nachfolger von Hawkwinds Spacerock-Hymne ´Silver Maschine`.
„Faszinierend zu hören, wie Wyndorf flüstert, röhrt, schreit, wütet,
den Dämonen beschwört“, lobte die amerikanische Presse und der
deutsche ´Rock Hard` jubilierte anlässlich der 98er Veröffentlichung Powertrip
in der ihr eigenen Sprache: „Monster
Magnet muss man laut hören. Verdammt laut! Am besten so weit aufgedreht,
dass den Nachbarn die Doppelverglasung auf den Frühstückstisch
splittert, Militärflugzeuge wegen akuter Überlastung sämtlicher
Ortungsinstrumente vom Himmel plumpsen und mindestens 47 Staaten einander
spontan den Krieg erklären, weil keiner mehr weiß, woher zur Hölle
dieser gottverdammte, infernalische Lärm kommt.“ Wer geglaubt hatte,
die bisherigen Erfolge würden sich nicht steigern lassen, kannte die
Single ´Space Lord` (Album: Powertrip)
noch nicht. Dass der dazu gehörende Videoclip (wie zuvor schon ´Negasonic
Teenage Warhead`) zum Dauerläufer auf VIVA und MTV wurde, lag ebenso an
Wyndorf & Co. wie an
einer exzellenten visuellen Umsetzung des Songs. Diese kam auch bei ´Heads
Explode` zum Zuge, der Singleauskopplung zu God
Says No, dem bis dato letzten Studioalbum. Die mediale Öffentlichkeit
entdeckte darauf „durchweg gute Melodien, intensive Vibes und markante
Riffs.“ Dies alles und noch viel mehr findet man nun auch auf Monolithic
Baby! wieder. Freuen wir uns also auf ein fabelhaftes Album und zählen
die Tage bis zur großen Europatournee.
Offz. Homepage: www,wohnraumhelden.com |
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VÖ: 16.02.04
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