TANZWUT
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© Petra Preuss |
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Band behauptet von sich, etwas Besonderes zu sein - schön wär’s,
kann man da nur sagen. Im Fall von Tanzwut besteht daran jedoch
keinerlei Zweifel, die Berliner sind eine echte Ausnahmeerscheinung.
Welche andere Band kann von sich behaupten, den Teufel in ihren Reihen
zu haben? Hier fungiert er als Sänger, Spaßmacher, Charmeur und
manchmal auch als Provokateur.
Dabei ist der Teufel genau genommen ein Mensch wie du und ich. Er hat
mal gute und mal schlechte Laune, mag lustige Witze, hasst Aufschneider und Dummquatscher und liebt Wein, Weib und
(vor allem) Gesang. Über Satanismus kann er dagegen nur den Kopf schütteln,
er hat besseres zu tun, schließlich ist er Mitglied bei Tanzwut. Ihren
Namen wählten die Mannen vom Prenzlauer Berg mit Bedacht, er stammt aus
der Zeit des Mittelalters. Zwischen 1350 und ´52 wütete die Pest in
Europa. Die Spielleute trugen die Nachricht von der drohenden
Katastrophe von Stadt zu Stadt. Angesichts des bevorstehenden Armageddons
rieten sie den Leuten, sich
in den Rausch des Tanzes zu stürzen. Tausende
Menschen folgten dieser Aufforderung, verscherbelten ihr Hab und Gut und
vergnügten sich im Hier und Jetzt. „Siebzig Prozent von ihnen waren
Frauen, das müssen himmlische Zustände gewesen sein“, vermutet
Castus, bei den Hauptstädtern für das Dudelsackblasen zuständig. Zurück in die Gegenwart, wo der Anblick von Menschen im Tanzrausch für die verschworenen Sieben eher die Regel als Ausnahme ist. Von der Bühne aus erlebten sie hyperventilierende Teenie-Girls, Rocker, die sich im Schlamm wälzten und erhitzte Fanmassen, die bullige Security-Männer durch die Luft fliegen ließen. Nicht selten warfen entzückte Anhängerinnen auch mit Unterwäsche. Die gesammelten Trophäen sind übrigens zu besichtigen, sie hängen über der Tür zu ihrem Proberaum. „Für uns als Musiker ist diese Art von Ekstase total wichtig“, verrät Basser Wim.
Nach
drei Jahren gibt es jetzt endlich wieder ein neues Album. Es trägt den
doppelbödigen Titel „Ihr wolltet Spaß“ und steht ganz im Zeichen künstlerischer
Freiheit. Für die beiden Vorgängeralben „Tanzwut“ (1999) und „Im
Labyrinth der Sinne“ (2000) kombinierten
die findigen Musiker die Genres Elektro,
Rock und Mittelalter, für die
aktuelle Scheibe lautete die Devise: Alles geht. „Es gab keine
Tabus“, bestätigt Wim, „wir haben das gemacht, worauf
wir Lust hatten. Wichtig war uns nur, alle sieben mussten die Songs
geil finden.“ Auf diese Weise
gelangen Tanzwut krachende Rocker wie etwa der Opener „Wieder da“,
zu dem man vorm geistigen Auge die begeisterten Anhänger wogen
und toben sehen kann. „Gnade“
ist eine schnelle Nummer, bei der Dudelsäcke und Gitarre sich ein
spannendes Duell liefern. „Vagorum“ kombiniert
Beethovens Fünfte, die
„Vagantenbeichte“ aus der „Carmina Burana“, einen
Text von Hildegard von Bingen mit
krachendem Thrash Metal. Zum
frischen und variantenreichen Sound des Septetts
haben sicher auch die neuen Mitglieder
beigetragen. An der Sechssaitigen steht mit Patrick jetzt ein blutjunger Könner, der eine klassische Gitarristenausbildung
absolviert hat. Am Schlagzeug sitzt mit Norri ebenfalls ein Spitzenmann,
der bereits bei Depressive Age, K.d.A. und Dance Or Die die Felle gegerbt
hat. Neben den „Neuen“ stoßen Kollege A und Castus
in die Dudelsäcke, Wim zupft den Bass, Tec bedient die
Keyboards und Teufel - wir sagten es bereits - hat das Mikrophon fest im Griff. Schon
einmal hatten Tanzwut Klassiker „frisiert“,
als sie eine Dudelsackversion von Beethovens „Freude schöner Götterfunken“
mit Mephisto-Zitaten aus Goethes „Faust“ vermählten. Dieser
Song ist bis heute ein Höhepunkt
ihrer Show, mit der sie sich zu Hause und im europäischen
Ausland viele Freunde gemacht haben. Allein für „Labyrinth der
Sinne“ stiegen sie über
zweihundertmal auf die Bretter, die für sie die Welt bedeuten.
Die märkischen Spielleute sind süchtig nach der Straße, neben
Tanzwut musizieren alle Sieben
auch noch bei Corvus Corax. Hier domineren Dudelsäcke und
Perkussionsinstrumente, während ihre
Lieder auf historischen Notationen und alten Sprachen
beruhen. Bei Tanzwut singt der Teufel hauptsächlich in seiner Muttersprache, damit kann man sich in unseren Breiten immer noch am klarsten verständlich machen. Auf Deutsch kommen auch seine Scherze am besten. Für „Zaubern“ etwa betrachtet er sich den Zustand von Mensch und Natur im Jahr 2003 und sinniert: „Vielleicht bin ich zu sehr befangen / doch so weit wär ich nie gegangen“. Im Titelsong widmet er sich, mit einer gehörigen Portion Sarkasmus, unserer Fit-for-Fun-Gesellschaft: „Ihr wollten Spaß, den sollt ihr haben / ihr kennt wohl meinen Namen“. Man sieht, der Teufel lacht gut und gerne, sogar über sich selbst, doch eines sollte man nie vergessen: In dem gehörnten Charmeur steckt immer auch ein Provokateur.... Quelle: TANZWUT |
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Offz. Homepage: www.tanzwut.com |
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Auftritt von Tanzwut auf der IFA. |
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Foto: Petra Preuß |
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Nach dem Release ihres neuen Doppelalbums " Schattenreiter " am 07.04.06 gehen Tanzwut nun auf die große "Schattenreiter-Tour", die die Band durch 17 Städte in Deutschland, Österreich, Schweiz und den Niederlanden führen wird. Der Tourstart fand am 04.05.06 in den heimischen Gefilden, im Postbahnhof in Berlin statt. |
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Ungeduldig warteten die Fans auf das Erscheinen von Tanzwut, vorher hatten schon zwei Bands gespielt, aber obwohl der Umbau schnell fertig war ließen sich Tanzwut viel Zeit. Pfiffe kamen da schon öfter aber als die Band die Bühne betrat war sofort eine super Stimmung. Tanzwut entschädigten aber auch für das warten und nahmen die Fans mit von Song zu Song. Sie spielten neue und alte Songs und konnten durchweg punkten. Tanzwut ist eine Band die nicht nur mit ihrer Musik überzeugt sondern durch ein gelungenes Gesamtbild. p.p. |
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© 2000-2006 by P.Preuss / Backstage7
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