BERLIN MACHT SCHULE  - Folge 3

BERLIN ROCKT! 

Berlin ist hart, Berlin ist unübersichtlich, Berlin ist schnell, hektisch, laut und arrogant. Aber Berlin ist auch herzlich, ruhig, intim, Berlin ist Kiez, soziales Netz, und im besten Fall: Heimat. Die Musik von 20 Bands aus Berlin (aus Berlin!) wäre ohne ihr ganz persönliches Berlin nicht zu dem geworden, was sie ist, und Berlin wäre ohne diese Bands nicht das, wofür es gemeinhin gehalten wird: Eine Metropole, ein Schmelztigel unterschiedlichster Kulturen, ein in sich geschlossenes Stück Wahnsinn. Die Bands auf diesem Sampler sind Teil dieser Stadt, sie sind ein intimer und sich gegenseitig inspirierender Mikrokosmos, zwar individuell konzentriert aber dennoch offen und aufgeschlossen gegenüber ihren Nachbarn. Stichwort: Einheit.

Berlin ist nicht Pop, Berlin ist nicht House, Drum’N’Bass oder HipHop. Berlin ist mehr. Berlin ist Rock, diese Stadt ist so hart wie der Sound ihrer Bands und deshalb ist Teil 3 der „Berlin Macht Schule“-Samplerreihe der offensichtlich repräsentativste, und außerdem ein Ausdruck von Beständigkeit, Nähe, Freundschaft und musikalischer Innovation, ein porentief ehrliches Update des schon so oft für „out“ erklärten Genres Rock. Mitten im Techno-Boom der 90er entwickelte sich der Berliner Rock-Untergrund prächtig im fahlen Licht der Nichtbeachtung, spuckte Mitte der 90er Bands wie die Lokalheroen BEATSTEAKS und SKILLSHOT ans Tageslicht. Ihr ungestümer Sound bot nicht nur den Nährboden für Dutzende neuer Bands, sondern schuf auch eine Plattform für eine sich entwickelnde, facettenreiche Rock-Szene mit neuen Clubs und Läden sowie einer verbesserten Infrastruktur, in deren Folge sich zahlreiche Labels und Agenturen gründeten bzw. in Berlin ansiedelten. Und auf deren vorläufigem Höhepunkt sogar Fritz zusammen mit dem Uncle Sally’s einen Rocksampler macht. Das Resultat? Ihr haltet es in den Händen ...

Das nun in zwanzig Powertracks vorliegende Werk einer in sich geschlossen Rock-Szene repräsentiert Berlin genauso wie Einflüsse internationaler Acts, bietet das beste Material von den Aushängeschildern der Berliner Alternative-Szene und findet zwischen Punk, HardCore, Metal und Rock seine ganz eigene, auch internationalen Vergleichen standhaltende Basis mit einem nur schwer zu lokalisierenden Berlin-Faktor. Berlin ist genauso wie die auf „Berlin Macht Schule Teil 3“ vertretenen Bands:
Eindringlich, undurchdringlich, schwermütig und leichtfüßig, sprich: durch und durch ... einzigartig.

Das Uncle Sally’s Magazine verfolgte die Entwicklung unzähliger Berliner Bands bereits seit seiner Gründung 1995, legte von jeher maßgeblichen Wert auf die lokale Band-Berichterstattung und ist auch heute noch durch sein in Kooperation mit Radio Fritz erstellten „Uncle Fritz“ und dem „Demodesaster“ mehr als basisverbunden. Bereits 1997 berichtete Uncle Sally’s auf zwei Seiten über das erste Album der BEATSTEAKS, hatte in der Rubrik „Berliner Szene“ Features über fast sämtliche Berliner Alternativebands und bietet dem stadteigenen Nachwuchs im „Sally’s Star Club“ oder den „Sally’s Sounds“-Festivals ein lukratives Live-Forum.

BERLIN ROCKT! Die Stadt sind wir ...

 

BEATSTEAKS – Die erste deutsche Band auf dem Kultlabel ‚Epitaph’. Ihr Debüt „48/49“ war der Kickstart für den gesamten Berliner HC- und Punk-Nachwuchs, ihr zweites Album „Launched“ wurde 1998 weltweit veröffentlicht und eröffnete dem Quintett Konzertreisen galore: ‚Warped Tour’ (inklusive USA), Touren im Vorprogramm der TOTEN HOSEN und DIE ÄRZTE. Mit ihrem im Februar 2002 erscheinenden dritten Album „Living Targets“ nehmen die BEATSTEAKS die Charts ins Visier, einen Vorgeschmack bietet die erste Singleauskopplung „Summer“.
BRAINLESS WANKERS – Kaum ist der „Summer“ vorbei, laden die vier Wankers in die Ferien: „Holiday  From Happiness“. Selten sind Frustration und Depression fröhlicher musikalisch verpackt worden. PunkPop mit Bläsern in bester VANDALS-Tradition – letz dance!
BAR – Mit einem „Native Speaker“ am Mikro rocken die vier erfahrenen (H-BLOCKX, DAS DEPARTMENT) Haudegen seit gut zwölf Monaten gemeinsam in der Band BAR. Ein Zusammenspiel, das sich wahrlich hören lassen kann.
SONBEAM – Aus Schöneiche kommen die Fünf von SonBeam und beweisen mit „This Symphony“, dass auch in den Proberäumen vor den Toren der Stadt intensiver, melodischer Rocksound entsteht, der sämtlichen Ansprüchen gerecht wird.
DEADLINE – Als Sieger des Emergenza-Finales in Berlin machten DEADLINE in diesem Jahr so einige Ohren auf sich aufmerksam und laut Augenzeugenberichten ist diese Band auch live ein Hit. „2 Get (Riskin´ My Soul)“ ist wunderschöner Alternative-Rock oder auch „HardCore zum Kuscheln“.
RANSOM – Dass Berlin nicht so weit von der amerikanischen Westküste entfernt ist, wie der Atlas glauben macht, beweisen die vier Frohnauer CaliPunx von RANSOM mit „This Time The Joke´s On Me“: Augenzwinkernder SkatePunk aus dem Norden Berlins – immer mitten in die Fresse rein und bereits mit BLINK-182, MAD CADDIES oder NO USE FOR A NAME in den Ring gestiegen! Ab ins Moshpit oder die Bude in fünf Minuten gestaubsaugt – hier ist der Soundtrack!
SKILLSHOT – Die Urväter des Berliner Crossovers und neben den BEATSTEAKS wahrscheinlich einflussreichste Band der Stadt. SKILLSHOT machten schon NewMetal, als man die Musik noch „Crossover“ nannte und haben sich nach diversen Besetzungswechseln und musikalischen Experimenten auf ihre Wurzeln konzentriert.
DEVIL INSIDE – Großstadtmusik aus Kreuzberg 36: Das deutsch-türkische HardCore-Projekt zeigt mit „Augenblicke“, dass türkischer Gesang sehr wohl zu Breitband-Riffs und Doublebass passt und die vier Musiker das Metal-Genre aus dem FF kennen. Kulturenmix OK!
DE LA MAD MENAZ – Köpenick, die grüne Lunge Berlins. Wenn die MENAZ die Bühne betreten wird es verrückt – soviel ist sicher, und den Hauptmann von Köpenick steckt man heute in grüne Uniform. Auch musikalisch lassen sich die fünf Klangchaoten keine Zwangsjacke anlegen. „Torero Man“ ist ein gutes Beispiel für die bandeigene Mischung aus Melodie und Magie, Breakbeats und Stromgitarren, Metal und Funk.
MALADMENT -  Mad und Mal liegen nah beieinander. Die Freundschaft zwischen den beiden Bands vermeint man auch hören zu können. Auch bei MALADMENTs „Khakis´n Houseshoes“ verschwimmen die Grenzen zwischen Raps, Riffs und Ragga. Get funky!
ELECTRIC LIZARD – Mit einer doppelt besetzten Rhythmussektion geht es mit „Cut Me A Nice Li´l Wooden Crown“ back to the rock roots. Das ist Rock wie er sein soll – Mundharmonika inklusive. Auf die staubige B96 und immer gen Westen – yeah!
SOLAREZ – Mit neuer Rhythmussektion, neuem Label (‚Zomba’) und ihrem ersten Longplayer („Song I Stole“) im Schlepptau erklimmen die Vier von SOLAREZ gerade den Rockolymp. Der „Masterplan“ ist die Fusion aus FUGAZI, QUICKSAND und Schöneberg. Wer hat hier „Emo“ gesagt ...?
ZENZEI – Sphärischer Crossover, HardCore-Shouts und weibliche Zerbrechlichkeit am Mikro, Riffs, Loops, Beats, you know the score. ZENZAI ist ein Projekt aus zwei Mitgliedern von SKILLSHOT, Ex-Mitgliedern von POINT BLANK und den sagenhaften DISRESPECT. Fusion gut gemacht.
AHEAD – Die Mischung aus Metal, Funk, Hip Hop und HardCore ist zwar nicht neu, aber – eben – auch nicht wirklich schlecht. „Ain´t It A Perfect Day?“ scheint die Sonne aus dem Arsch, fröhliches Gemoshe zwischen Treptower Park und Tiergarten. And now: Go ahead ...
FIREMEN – Was wird eigentlich aus College Rock, wenn er erwachsen wird? Genau: Office Rock! Weder Bürohengste, noch Feuerwehrmänner sondern schlicht Musiker sind die  „Superstar Boy“s, und werden bei all den Lorbeeren rot vor Freude.
OJO ROJO – Ein sagenhaft tighter Amphetamine-Rock-Track der Berliner PowerMetal-Freunde von OJO ROJO. Mit Vollblutmusikern an Bass, Gitarre und Schlagzeug und Whiskey-Kehle Matt Roosta aus Ass-Kickin’ Alabama am Mikro wird rotes Blut zu weißem Staub. „White Knuckle Ride“ bricht Knochen und live sind OJO ROJO eine Bank, wie sie in unzähligen Gigs (u.A. mit QUEENS OF THE STONE AGE) unter Beweis stellten. Laut gewinnt. www.ojorojo.de
RED STONER SUN – Auch RED STONER SUN sind in der Wüste Zuhause. Der erste Longplayer verteilt 47 Minuten auf sieben Songs. Noch Fragen? Also Augen zu, zurückgelehnt und der „Motion“-Trip kann losgehen.
HOSTILE YOUTH -  Raus aus der Wüste und rein in den Moshpit. Metal und HardCore oder auch „Jekyll & Hyde“ – die zwei Seiten derselben Medaille, die in diesem Fall HOSTILE YOUTH heißt.

SICK SPAWN – Noch einen Härtegrad drauf legen SICK SPAWN mit „Premium Devil Deelight“. HardCore at Berlin´s Best und wahrlich “sick”!
BEAT OLYMPIC  Sound-Collagen aus Filmsequenzen, Loops und Riffs, HardCore mit Ruhephasen. Life’s a bitch and so are they. Bundesjugendspiele revisited.

 

 

"Berlin macht Schule"  Record Release Party am 30.10.01 Berlin / ColumbiaFritz

Ca. 4 Stunden rockte ColumbiaFritz. Obwohl mitten in der Woche (na fast) war ausverkauft !!!  DE LA MAD MENAZ begannen 20.Uhr, danach waren Ransom auf der Bühne. Das es in den Umbaupausen nicht langweilig wurde gab´ es Spiele bei denen das Album "Berlin macht Schule" gewonnen werden konnte. Danach traten Skillhot auf. Auch die maßgeblich an der Entstehung b.z.w. Auswahl der Bands beteiligten Leute wie Domez, Frank Menzel, Max Spallek ... wurden dem Publikum vorgestellt. Dann waren Deadline und zum Abchluß heizten Brainless Wankers den Fans noch einmal so richtig ein. Wer nicht dabei war hat etwas von der Berliner Szene verpaßt und sollte sich schnell die CD kaufen...

Hier geht es zu Fotos vom Auftritt der einzelnen Bands:

DE LA MAD MENAZ

RANSOM

SKILLSHOT

DEADLINE

BRAINLESS WANKERS

 

Wer mehr wissen möchte über "Berlin macht Schule"...

 

 

 

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